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Corona-Test: Wie er funktioniert – und wer getestet wird
Es ist ein Hin und Her: Wer bekommt überhaupt einen Corona-Test? Und warum werden nicht einfach alle getestet? Dafür gibt es einen guten Grund.
16. Oktober 2020 | 225 Kommentare
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Inhalt
Wie funktioniert der PCR-Test?
Was besagt der ct-Wert?
Wie funktionieren Schnelltests?
Wie zuverlässig sind die Tests?
Wann sind Antikörper-Tests sinnvoll?
Wer wird getestet?
Wer testet und wo passiert es?
Wie funktioniert der PCR-Test?
Was besagt der ct-Wert?
Wie funktionieren Schnelltests?
Wie zuverlässig sind die Tests?
Wann sind Antikörper-Tests sinnvoll?
Wer wird getestet?
Wer testet und wo passiert es?
Artikel Abschnitt: Wie funktioniert der PCR-Test?
Wie funktioniert der PCR-Test?
Der Nachweis für SARS-CoV-2 läuft über Abstriche aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum. Der Abstrich kann Erbgut des Virus enthalten.
Mittlerweile gibt es zwei Testverfahren:

Der standardmäßige PCR-Test
Antigen-Schnelltests
Der PCR-Test ist der Standard und besonders genau
In für die entsprechenden Verfahren geprüften Laboren wird das virale Erbgut durch einen empfindlichen molekularen Test nachgewiesen. Der vollständige und komplizierte Name lautet „Real-time Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion“ (englisch abgekürzt RT-PCR).

Das Gerät vervielfältigt das wenige genetische Material der Probe in mehreren Zyklen. Durch den Einsatz fluoreszierender Stoffe sieht man, ob die gesuchten Gensequenzen des Virus vorliegen oder nicht.

Die Suche nach mehreren Genabschnitten eines Virus soll verhindern, dass es zu fehlerhaften Nachweisen kommt, etwa weil sich manche Gensequenzen mit denen anderer Viren gleichen.

PCR-Coronatest ist sehr genau
Während der PCR-Test sehr genau ist, benötigt diese Methode relativ lange. In der Regel vergehen mehr als 24 Stunden bis das Ergebnis vorliegt oder mitgeteilt wird. Für Infektionskrankheiten ist das insofern relevant, als dass in dieser Zeit infektiöse Menschen das Virus weiterverbreiten können.

Hier sind schnellere Tests bereits zugelassen oder in Arbeit. Ein neuer kommerzieller Test schafft an einem 8-Stunden-Arbeitstag mehr als 1.000 Tests, im 24-Stunden-Betrieb sind mit bestimmten Geräten bis zu 4.000 Tests möglich. Das liegt weit über den bisherigen Kapazitäten. Wie schnell und wie häufig diese Geräte ab sofort eingesetzt werden, ist nicht bekannt. Andere Hersteller zielen darauf ab, die Testdauer auf etwa eine Stunde zu reduzieren.

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Artikel Abschnitt: Was besagt der ct-Wert?
Was besagt der ct-Wert?
Beim PCR-Test wird das genetische Material aus den Proben in mehreren Zyklen vermehrt (verdoppelt). Der ct-Wert (engl.: cycle threshold) gibt den jeweiligen Zyklus wieder. Für SARS-CoV-2 spricht man bei einem ct-Wert von mehr als 30 davon, dass die Infektiosität in der Regel gering bis vernachlässigbar ist (geringe Viruslast). Das wird damit begründet, dass sich diese Menge im Labor nicht mehr anzüchten lässt.
Der PCR-Test kann das Virus auch noch mit höheren ct-Werten (also niedrigeren Ausgangskonzentrationen) nachweisen. In der Praxis bedeutet dies, dass der Test etwa dann noch anschlägt, wenn die Person die Infektion bereits durchgemacht und vermutlich nicht mehr ansteckend ist.

Schnelltests weisen nicht so niedrige Erbgutkonzentrationen des Virus nach. Sie sind damit insgesamt weniger treffsicher, aber geben einen schnellen und recht zuverlässigen Hinweis darauf, wie infektiös die getestete Person ist.

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Artikel Abschnitt: Wie funktionieren Schnelltests?
Wie funktionieren Schnelltests?
Schnelltests weisen im Gegensatz zu PCR-Tests kein Erbmaterial nach, sondern Virusproteine. Die Tests sehen oftmals aus wie Schwangerschaftstests und sind einfach in der Handhabung und können daher auch außerhalb Labors eingesetzt werden, etwa in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Arztpraxen.
Auch für die Schnelltest wird eine Probe aus dem Nasenrachenraum gesammelt. Anschließend wird das Probenmaterial in eine Flüssigkeit gegeben, um die Proteine zu lösen. Danach werden wenige Tropfen in das Testkit gegeben und wandern über einen Papierstreifen.

Ergebnis nach 15 Minuten
Ein großer Vorteil der Antigen-Tests besteht darin, dass zwischen Probenentnahme und Ergebnis nur 10 bis 15 Minuten vergehen. Deshalb könnten gerade die Antigen-Schnelltests helfen, Infizierte früher zu finden. Der Grund: Aus Studien weiß man, dass man die höchste Viruslast hat, bevor man überhaupt etwas von der Krankheit bemerkt. Gerade dann kann man andere Menschen leicht anstecken – auch wenn man sich gesund fühlt.

Die Tests könnten in vielen Situationen sinnvoll sein:

Akuter Ausbruch: Mit Schnelltests verringert sich die Zeit, bis erste Informationen über Größe und Umfang eines Ausbruchs vorliegen, egal ob in Pflegeheimen oder Schulen. Schnelltests verringern die Zeit, in denen Menschen unbemerkt weitere Personen infizieren.
Akute Erkrankung: Sobald Antigen-Schnelltests bei Infizierten negative Ergebnisse liefern, ist die Viruslast womöglich so niedrig, dass sie etwa wieder aus der Quarantäne entlassen werden können.
Vorsorge bei Risikogruppen: Um vulnerable Personen zu schützen, könnten sich etwa Besucher von Pflege- und Altersheimen vor einem Besuch der Verwandten testen lassen.
Vorsorge bei Schulbetrieb oder Veranstaltungen: Bei großen Personenzahlen sind PCR-Tests zu aufwändig, zu teuer und durch die Verzögerung bis zum Ergebnis unpraktisch. Schnelltests könnten die Gefahr von Superspreading-Events eindämmen.
Das heißt: Mit den Antigen-Schnelltests erhöht man die Chance, genau die Menschen zu finden, die vermutlich sonst unwissentlich andere Menschen angesteckt hätten.

Antigen-Tests lösen aber nicht alle Probleme
Die Schnelltests sind insgesamt weniger genau als PCR-Nachweise. Sie erkennen im direkten Vergleich Kranke seltener als krank, Gesunde seltener als gesund. Die Herstellerangaben für Schnelltests, die in Deutschland vom BfArM gelistet sind, sprechen in der Regel von einer Trefferquote zwischen 95-99 Prozent.

Dabei muss aber eines klar sein: Ein negatives Testergebnis mit einem Antigen-Schnelltest bedeutet nicht, dass man nicht infiziert ist. Es bedeutet aber, dass man an diesem Tag mit hoher Wahrscheinlichkeit niemanden ansteckt – denn gerade dann, wenn man besonders infektiös ist, schlägt der Test auch genauer an.

Artikel Abschnitt: Wie zuverlässig sind die Corona-Tests?
Wie zuverlässig sind die Corona-Tests?
Kein Test ist fehlerfrei. Positive und negative Testergebnisse können also auch mal falsch liegen. Wie verlässlich ein bestimmtes Testverfahren ist, wird zunächst durch zwei Parameter bestimmt: Sensitivität und Spezifität.
Die Sensitivität eines Tests gibt an, bei wie viel Prozent der Infizierten ein Test die Infektion auch wirklich erkennt. Ein Test mit einer Sensitivität von 99 Prozent identifiziert 99 von 100 Infektionen und eine nicht. Eine Person hat also ein falsch-negatives Ergebnis. Heißt: Je höher die Sensitivität ist, desto sicherer erfasst ein Test die Erkrankung.
Die Spezifität gibt an, zu wie viel Prozent ein Test eine gesunde Person auch als gesund erkennt. Ein Test mit einer Spezifität von 95 Prozent liefert bei 95 von 100 gesunden Menschen ein negatives Ergebnis. Bei fünf Gesunden schlägt der Test allerdings trotzdem an und erkennt sie fälschlicherweise als infiziert. Er liefert also bei fünf Personen ein falsch-positives Ergebnis.
Hersteller geben oft eine nahezu 100-prozentige Sensitivität und Spezifität für PCR-Tests an. Diese guten Werte gelten zunächst aber nur unter Laborbedingungen. Sie dürften in der Praxis selten erreicht werden, schon weil beim Testen selbst Unsicherheitsfaktoren hinzukommen. So können bei der Entnahme der Proben Fehler passieren oder die Proben falsch transportiert werden. Auch der Zeitpunkt der Probenentnahme spielt eine Rolle dafür, ob überhaupt noch Viren nachweisbar sind. So zeigt eine im Fachmagazin Nature veröffentlichte Studie eines deutschen Forschungsteams: Abstrichproben aus dem Rachen enthalten vermehrungsfähige Viren nur bis zum vierten, aus dem Sputum bis zum achten Tag nach Symptombeginn.

Wenn dieses Kriterium eingehalten wird, gelten die Tests allerdings als sehr zuverlässig. Falsche Befunde kommen laut RKI nur sehr selten vor.

Wichtig: Wie hoch ist das Risiko für eine Infektion überhaupt?
Sensitivität und Spezifität zeigen nur auf, wie viele Personen in einer Gruppe von infizierten Personen auch als solche erkannt werden (Sensitivität) und wie viele Personen in einer Gruppe von gesunden Menschen richtig als gesund erkannt werden (Spezifität).

Für die Aussagekraft der Tests ist noch ein weiterer Faktor wichtig: die sogenannte Vortestwahrscheinlichkeit. Sie beschreibt, wie hoch das Risiko ist, dass eine Person überhaupt mit dem Virus infiziert sein könnte.

Also: Hatte die Person vor dem Test Kontakt mit Infizierten? Kommt sie aus einem Risikogebiet? Zeigt sie Krankheitssymptome und sind diese mit Covid-19 vereinbar? Dabei spielt auch eine Rolle, wie viele Menschen in der gesamten Bevölkerung oder der untersuchten Gruppe gerade infiziert sind. Je höher der Anteil an Infizierten ist, umso größer ist auch das Ansteckungsrisiko – und damit die Vortestwahrscheinlichkeit.

Bei hohem Infektionsrisiko sind positive Testergebnisse sehr sicher
Grundsätzlich gilt: Je wahrscheinlicher es ist, dass sich eine Person tatsächlich infiziert hat, desto höher ist auch die Aussagekraft eines positiven Tests. Mit anderen Worten: Hatte eine Person engen und längeren Kontakt mit einem Covid-19-Patienten, so ist ein positiver PCR-Test mit nahezu 100-prozentiger Sicherheit richtig.

Auf der anderen Seite steigt unter diesen Bedingungen der Anteil von Personen, die fälschlicherweise als negativ getestet werden. Denn es gibt schlicht einen größeren Pool an infizierten Personen, die überhaupt ein falsch-negatives Testergebnis erhalten können. Heißt also: Wenn das Ansteckungsrisiko in der Bevölkerung generell hoch ist, das Virus also stark verbreitet ist, dann steigt die Zahl der Infizierten, die trotz Test nicht als infiziert erkannt werden. Es bleibt also ein höherer Anteil an Infizierten unentdeckt.

Das ist extrem wichtig für die Einschätzung von Testergebnissen. Denn: War eine Person mit einem Infizierten in engem Kontakt und hat damit ein hohes Infektionsrisiko, dann ist ein einzelner negativer Test kein Freibrief – und auch kein Anlass, die Quarantänezeit zu verkürzen. So empfiehlt es auch das Robert-Koch-Institut. Aber: „Bei unsicheren Testergebnissen kann durch die Wiederholung und Kombination verschiedener Tests die Aussagekraft der Testergebnisse gesteigert werden“, sagt Martin Hellmich, Leiter der Arbeitsgruppe Medizinische Statistik an der Universität Köln.

Ist das Ansteckungsrisiko gering, steigt der Anteil falsch-positiver Tests
Nehmen wir das gegenteilige Szenario an: Das Ansteckungsrisiko ist sehr gering, da es zum Beispiel nur sehr wenige Infektionen in der Bevölkerung gibt. Unter diesen Voraussetzungen sind negative Testergebnisse ziemlich sicher richtig. Gesunde Personen werden also mit hoher Wahrscheinlichkeit auch als gesund identifiziert.

Gleichzeitig steigt jedoch der Anteil der falsch-positiven Tests: Personen erhalten zwar ein positives Testergebnis, sind aber gar nicht mit SARS-CoV-2 infiziert. Denn bei insgesamt wenig Infizierten gibt es einen viel größeren Pool an gesunden Menschen, die ein falsch-positives Testergebnis erhalten können.

Fazit: Massentests machen nicht immer Sinn
Wir wissen: Es ist kompliziert. Daher hier ein kleines Gedankenexperiment, um zu veranschaulichen, welchen Effekt ein hohes oder niedriges Risiko für eine Erkrankung auf das Testergebnis hat. Für die Berechnung nutzen wir für Spezifität und Sensitivität die Mittelwerte, die die Gesellschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in medizinischen Laboratorien für PCR-Testungen in 488 Laboren aus 36 Ländern ermittelt hat: eine Sensitivität von 99,3 Prozent und eine Spezifität von 98,2 Prozent.

Der dritte Einflussfaktor auf das Testergebnis, das Infektionsrisiko, ist grundsätzlich natürlich für jeden Menschen individuell unterschiedlich – je nachdem, ob er mit einer infizierten Person in engerem Kontakt war, zum Beispiel auf einer Party. Für unsere Rechnung gehen wir aber davon aus, dass quer durch die Bevölkerung getestet wird. So hat jede getestete Person das gleiche Risiko für eine Infektion. Je nach Vortestwahrscheinlichkeit ergeben sich so verschiedene Werte:

1. Hohe Vortestwahrscheinlichkeit:
Gehen wir davon aus, dass sich 80 von 100 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infizieren. Das heißt, das Risiko der Bevölkerung, sich zu infizieren, liegt im Durchschnitt bei 80 Prozent. Unter diesen Voraussetzungen würden in der Regel 80 von 100 getesteten Menschen richtigerweise als positiv getestet werden. Keine Person würde ein falsch-positives Testergebnis erhalten.

2. Niedrige Vortestwahrscheinlichkeit:
Gehen wir nun davon aus, es ist nur einer von 100 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. Das Risiko, sich zu infizieren, liegt im Durchschnitt bei 1 Prozent. Unter diesen Voraussetzungen würde eine Person von 100 getesteten Menschen richtigerweise als positiv getestet werden: Zwei Personen würden jedoch ein falsch-positives Testergebnis erhalten, heißt: positives Testergebnis, aber gar nicht infiziert. Dieser Anteil an falsch-positiven Ergebnissen steigt sogar noch weiter an, wenn das Infektionsrisiko noch unter einem Prozent liegt.

Beliebtes Argument für Verschwörungsideologen
Dieser statistische Zusammenhang wird auch von Verschwörungsanhängern für ihre Argumentation herangezogen, dass das Coronavirus eigentlich gar nicht existiert. Sie behaupten: Die Infektionsrate in Deutschland sei so niedrig, dass alle gemeldeten Fälle in Wirklichkeit auf falsch-positive Testergebnisse zurückzuführen seien, Corona also gar nicht existiere. In anderen Worten: Die Vortestwahrscheinlichkeit liege bei null.

Doch ihre Argumentation hat einen Haken: „Wenn quer durch die Bevölkerung getestet würde, läge die Falsch-positiv-Rate bei der aktuell niedrigen Infektionsrate tatsächlich hoch“, sagt Walter Krämer von der Fakultät Statistik an der TU Dortmund. Das passiere aber nicht – vielmehr finde eine Vorselektion statt, sodass im Normalfall nur auf Verdacht getestet werde. Darüber hinaus lassen sich Falsch-Positive im Verdachtsfall vermeiden, indem doppelt getestet wird. Dadurch reduziert sich auch die Rate von Falsch-Positiven.

Das Robert-Koch-Institut rät in seiner Nationalen Teststrategie deshalb auch klar davon ab, die gesamte Bevölkerung ohne Verdacht querbeet durchzutesten – und empfiehlt ein zielgerichtetes Vorgehen. Getestet werden sollen vor allem:

Personen mit Covid-19-spezifischen Symptomen
Menschen, die mit einem Corona-Infizierten in engeren Kontakt gekommen sind
Einreisende aus Risikogebieten
medizinisches und Pflegepersonal
und Bewohner von Betreuungseinrichtungen und Patienten.
Fazit: Testergebnis im Kontext interpretieren
Ein Testergebnis muss immer in seinem Kontext interpretiert werden. Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist eine positiv getestete Person tatsächlich positiv und eine negativ getestete tatsächlich negativ?

„Sollte es doch zu Massentestungen in Deutschland kommen, so muss die Bevölkerung über die Möglichkeit falsch-positiver, aber auch falsch-negativer Tests unbedingt aufgeklärt werden“, fordert Gerd Gigerenzer, Direktor des Harding-Zentrums für Risikokompetenz an der Universität Potsdam. Das Problem: Bei falsch-negativen Ergebnissen würden sich Infizierte in falscher Sicherheit wiegen und könnten zu Superspreadern werden.

Artikel Abschnitt: Wann sind Antikörper-Tests sinnvoll?
Wann sind Antikörper-Tests sinnvoll?
Tests auf Antikörper könnten Hinweise darauf liefern, wie viele Menschen sich bereits mit SARS-CoV-2 infiziert haben – womöglich, ohne es zu wissen. Sie weisen Antikörper nach, die zeigen, dass das Immunsystem schon Kontakt zum Coronavirus hatte.
Anfangs wurde daher große Hoffnung in Antikörper-Studien gesetzt, um Einblicke in die Dunkelziffer zu bekommen. Neue Ergebnisse zeigen jedoch, dass Infizierte ohne Krankheitssymptome teilweise gar keine Antikörper mehr aufweisen können. Andere Bestandteile des Immunsystems haben das Virus in den ersten Tagen der Infektion bereits bekämpft.

Ob wir nach einer Infektion immun sind, das erklären wir hier.

Solch verfügbare Tests zeigen vermeintlich in bis zu 99,9 Prozent der Fälle richtig an, ob Personen Antikörper haben. Allerdings weichen Herstellerangaben und Untersuchungsergebnisse von Wissenschaftlern immer wieder voneinander ab. Meist liegt die Trefferquote niedriger.

Die Trefferquoten unterscheiden sich
Bei rund 90 Prozent und mehr sollen sie richtig feststellen, wenn keine Antikörper vorliegen. Das Problem: Je größer die Stichprobe und je geringer der Anteil an immunen Personen, desto mehr falsche Ergebnisse entstehen. Von einer Million Untersuchten ohne vorherige Infektion würde ein Test mit 90-prozentiger Genauigkeit 100.000 Menschen fälschlicherweise als immun kennzeichnen.

Wichtig ist auch der Zeitpunkt des Tests. Der Körper bildet Antikörper erst nach einiger Zeit, teilweise sind bereits drei Wochen vergangen, ehe man die wichtigsten Antikörper zuverlässig nachweisen kann. Denn nicht alle schaffen es, das Virus selbstständig zu bekämpfen.

Antikörpertests sind daher nicht für den akuten Nachweis einer Infektion geeignet.

Welche Antworten die Antikörpertests aus der Heinsberg-Studie liefern, haben wir hier erklärt.

Artikel Abschnitt: Wer wird getestet?
Wer wird getestet?
Nicht alle Menschen in Deutschland werden auf SARS-CoV-2 getestet. Die Kriterien wurden mehrfach angepasst. Getestet werden sollen:
Symptomatische Personen
Asymptomatische Personen, z.B.
Aus Pflegeeinrichtungen (Mitarbeiter, Betreute, Besucher)
Reiserückkehrer aus Risikogebieten
Testpflicht für Einreisen aus Risikogebieten
Unabhängig davon muss sich seit Anfang August auch jeder auf das Coronavirus testen lassen, der aus einem der aktuellen Risikogebiete nach Deutschland einreist. Und zwar egal, ob man Symptome hat oder nicht.

Seit Oktober soll die verpflichtende Quarantäne frühestens ab dem fünften Tag nach Rückkehr beendet werden können – durch einen negativen Test. Die Tests sind kostenlos.

Alternativ kann man den Corona-Test auch innerhalb von 48 Stunden vor Abreise nach Deutschland machen, also noch im Urlaubsland. In diesem Fall muss der Test aber selbst bezahlt werden.

Hier gibt es die Übersicht der Risikogebiete (RKI)

Die meisten Tests sind negativ
In vielen Fällen ist es in der Tat nur eine gewöhnliche Erkältung oder Grippe, die Symptome können sich jedoch überschneiden. Selbst auf dem bisherigen Höhepunkt der Pandemie in Deutschland sind nur etwa sechs bis neun Prozent aller Testergebnisse positiv gewesen. Gemäß den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts entscheiden letztlich die Ärzte, ob ein Test durchgeführt wird.

Grundsätzlich sollten sich alle Menschen mit verdächtigen Symptomen sofort in freiwillige Quarantäne begeben – inklusive der Lebenspartner, Familienmitglieder oder Mitbewohner im selben Haushalt.

Die Krankenkasse trägt die Kosten für den Test.

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Artikel Abschnitt: Wer testet und wo passiert das?
Wer testet und wo passiert das?
Grundsätzlich können sich Menschen an unterschiedlichen Orten testen lassen, dazu zählen Hausarztpraxen, Kliniken und speziell eingerichtete Testzentren, mit denen eine Verbreitung in den Wartezimmern verhindert werden soll. Sowohl PCR-Tests als auch die Antigen-Schnelltests sollen ausschließlich von geschultem, medizinischen Personal durchgeführt werden. Das ist insofern sinnvoll, als dass bei einem positiven Befund weitere Maßnahmen nötig sind.
Der wichtigste Hinweis: Im Verdachtsfall sollte man sich vorerst telefonisch melden und nicht einfach eine Arztpraxis oder Klinik aufsuchen. Dort wird man oftmals direkt wieder nach Hause geschickt. Verdachtsfälle sollten sich daher telefonisch entweder an den Hausarzt oder an eine der offiziellen Hotlines wenden. In Deutschland ist das die 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

Zusätzlich gibt es in vielen Bundesländern spezielle Hotlines, an die man sich wenden kann.

Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, kann sich auch direkt in vielen Flughäfen und Bahnhöfen in speziell eingerichteten Testzentren auf eine mögliche Infektion testen lassen.

Quellenangaben zum Artikel:
Unsere Quellen
Hinweise zur Testung auf Coronavirus SARS-CoV-2. 2020 (Robert-Koch-Institut, 2020)
Lagebericht zur COVID-19 Krankheit 22.07.2020 (Robert-Koch-Institut, 2020)
Lagebericht zur COVID-19 Krankheit 29.04.2020 (Robert-Koch-Institut, 2020)
Coronavirus disease (COVID-19) technical guidance: Laboratory testing for 2019-nCoV in humans. (Weltgesundheitsorganisation, 2020)
Krüttgen, Alexander et al.: Comparison of four new commercial serologic assays for determination of SARS-CoV-2 IgG (Journal of Clinical Virology, 2020)
Guo, Li et al.: Profiling Early Humoral Response to Diagnose Novel Coronavirus Disease (COVID-19) (Clinicial Infectious Diseases, 2020)
Detektion von SARS-CoV-2 (Coronavirus). Analytik Jena AG (2020)
Corman, V. M. et al.: Detection of 2019 novel coronavirus (2019-nCoV) by real-time RT-PCR. (Eurosurveillance, 2020)
Protocol: Real-time RT-PCR assays for the detection of SARS-CoV-2. (Institut Pasteur Paris, 2020) (PDF)
Xie, X. et al.: Chest CT for Typical 2019-nCoV Pneumonia: Relationship to Negative RT-PCR Testing. 2020, Radiology
Hao, Q. et al.: Difficulties in False Negative Diagnosis of Coronavirus Disease 2019: A Case Report. (Preprints Research Square, 2020)
SARS-CoV-2 (Covid-19) Qualitative PCR. 2020 (Department of Medicine, University of Washington School of Medicine)
CDC Tests for COVID-19. (Centers for Disease Control and Prevention (CDC), 2020)
Frequently Asked Questions on COVID-19 Testing at Laboratories. (Centers for Disease Control and Prevention (CDC), 2020)
Pressemitteilung: Roche Test erhält FDA-NotfallZulassung. (Roche, 2020) (PDF)
Pressemitteilung: QIAGEN gains BARDA funding for approval process of QIAstat-Dx test kit for SARS-CoV-2 coronavirus. (Quiagen N. V., 2020)
Pressemitteilung: Deutsches Unternehmen PharmACT entwickelt Schnelltest zur Erkennung von SARS-CoV-2-Antikörpern. 2020, PharmACT AG
Coronavirus Test Tracker: Commercially Available Covid-19 Tests. (360Dx.com, 14.03.2020)
Coronavirus Testing – Source Data. (Our World in Data, 12.03.2020)
Döhla, Manuel et al.: Rapid point-of-care testing for SARS-CoV-2 in a community screening setting shows low sensitivity (Public Health 2020)
Lassaunière, Ria et al.: Evaluation of nine commercial SARS-CoV-2 immunoassays (medRxiv, 2020) (PDF)
Bendavid, Eran et al.: COVID-19 Antibody Seroprevalence in Santa Clara County, California (medRxiv, 2020)
Stadlbauer, Daniel et al.: SARS‐CoV‐2 Seroconversion in Humans: A Detailed Protocol for a Serological Assay, Antigen Production, and Test Setup (Current Protocols, 2020)
Amanat, Fatima et al.: A serological assay to detect SARS-CoV-2 seroconversion in humans (medRxiv, 2020)
Gemeinde Gangelt – Vorläufiges Ergebnis und Schlussfolgerungen der COVID-19 Case-Cluster-Study (PDF)
U. S. Food and Drug Administration – COVID-19 ELISA IgG Antibody Test Acceptance
SARS-CoV-2: Der richtige Nachweis (Ärzteblatt.de, 2020)
Watson, Jessica et al.: Practice Pointer: Interpreting a covid-19 test result. (BMJ, 2020)
Wölfel, Roman et al.: Virological assessment of hospitalized patients with COVID-2019. (Nature, 2020)
Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 (Robert-Koch-Institut, Stand 6.8.2020)
Nationale Teststrategie: Wer wird in Deutschland getestet? (Robert-Koch-Institut, Stand 6.8.2020)
Krämer, Walter (Fakultät Statistik, TU Dortmund)
Gigerenzer, Gerd (Harding-Zentrum für Risikokompetenz, Universität Potsdam)
Hellmich, Martin (Medizinische Statistik, Universität Köln)
Nationale Teststrategie (14.10.2020), Bundesministerium für Gesundheit 2020 (PDF)
Verordnung zum Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Testverordnung – TestV), Bundesgesundheitsministerium 2020 (PDF)
Antigentests auf SARS-CoV-2, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte 2020
SARS-CoV-2 Testsysteme: Mindestkriterien für Antigenschnelltests, Paul-Ehrlich-Institut 2020
Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2, Robert Koch Institut 2020

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