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BeitragVerfasst: So 5. Jun 2022, 14:14 
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NATO
Erste Risse in der „Einigkeit der NATO“?
In deutschen Medien war es kaum ein Thema, aber angesichts der russischen Erfolge im Donbass gibt es Anzeichen für erste Risse in der NATO. Darüber wurde außerhalb Deutschlands auch berichtet.


30. Mai 2022 02:41 Uhr
Ich will nicht allzu viel vorwegnehmen, denn hier geht es um einen Korrespondentenbericht aus dem wöchentlichen Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens. Die Berichte des russischen Deutschlandkorrespondenten finde ich immer besonders interessant, weil sie zeigen, wie von außerhalb auf Deutschland, die EU und deren Politik geblickt wird. Daher habe ich den Korrespondentenbericht übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Auf dem diesjährigen Wirtschaftsforum in Davos waren wie üblich amtierende Präsidenten, Premierminister und ihre Minister anwesend, doch den Ton gaben der altgediente weltpolitische Ideologe und Hauptsponsor der „Farbrevolutionen“ George Soros und der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger an. Ersterem kann man dafür danken, dass der Westen zugegeben hat, dass er in der Ukraine einen Stellvertreterkrieg gegen Russland führt. Es gab zwar schon früher irgendwelche Andeutungen über die Verteidigung gemeinsamer Werte, aber so eindeutig ist es noch nie gesagt worden.

„Die Ukraine leistet Europa und der westlichen Welt heute einen großen Dienst, indem sie für eine offene Gesellschaft und für unser Überleben kämpft, denn sie führt unseren Kampf, und sie hat wirklich gute Chancen zu gewinnen. Darum sind wir sehr froh, dass sie unseren Kampf führt und wir sollten ihr die ganze Unterstützung geben, um die sie bittet“, sagte Soros.

Henry Kissinger hat diese Woche seinen 99. Geburtstag gefeiert. Sie haben sogar ein Geburtstagsständchen für ihn gesungen. Als Geburtstagsgeschenk setzte die Ukraine seinen Namen auf die Website „Mirtovorets“, auf der eine inoffizielle „Todesliste“ von Staatsfeinden geführt wird. Kissinger wurde diese „Ehre“ für folgende Aussage zuteil: „Wenn man es langfristig betrachtet, war Russland 400 Jahre lang ein wesentlicher Teil von Europa. Manchmal als Beobachter, in einigen Fällen aber auch als Garant oder als Instrument zur Wiederherstellung des europäischen Gleichgewichts. Die aktuelle Politik sollte bedenken, dass die Wiederherstellung dieser Rolle wichtig ist, damit Russland nicht in ein dauerhaftes Bündnis mit China getrieben wird. Meines Erachtens sollte in den nächsten zwei Monaten Bewegung in die Verhandlungen und Friedensgespräche kommen, um den Ausgang des Krieges zu bestimmen. Im Idealfall sollte die Trennungslinie zum früheren Status quo zurückkehren.“

„Der frühere Status quo“ ist der Stand vom 24. Februar dieses Jahres. „Idealerweise“ erscheint aus heutiger Sicht nicht realisierbar. Sofort kam der Verdacht auf, dass gemäßigte Kräfte im Westen durch Kissinger, wie schon öfters geschehen, die Option einer Einstellung der Feindseligkeiten durch die Anerkennung des Gebietsverlustes der Ukraine testen wollten. Der ukrainische Außenminister bestätigte bald, dass er am Rande von Davos mehrmals ähnliche Andeutungen hören musste: „Wenn der Krieg so schwierig ist, wenn es so schlecht läuft, muss man sich hinsetzen und sich einigen, sich mit Russland einigen, wie auch immer diese Einigung aussehen mag. Das sind sehr schmerzhafte Kommentare, die ich von einigen Leuten gehört habe“, sagte Kuleba in einem Video.

Der Grund für die neue Stimmung im Westen ist die veränderte operative Situation: Die Euphorie im Zusammenhang mit dem Rückzug der russischen Armee aus den nördlichen Regionen der Ukraine, der in den europäischen Medien als eindeutiger Sieg der ukrainischen Armee interpretiert wird, wurde durch eine mehr oder weniger nüchterne Bewertung der Lage der ukrainischen Streitkräfte im Donbass ersetzt. Offenbar hat man in einem Bloomberg-Interview ein Geständnis aus dem britischen Premierminister Johnson herausgepresst: „Wie kannst Du mit einem Krokodil verhandeln, dass Dein linkes Bein praktisch schon gefressen hat? Das ist genau das, was Putin macht. Er macht langsame, aber spürbare – und ich fürchte dauerhafte – Fortschritte im Donbass. Darum ist es wichtig, die Ukraine weiterhin militärisch zu unterstützen“, sagte Johnson.

Selbst im Falle einer Katastrophe an der Front darf die Ukraine nicht den Willen zum Widerstand verlieren. Johnson und seine Regierung sind das Gegenstück zum „kollektiven“ Kissinger. Außenministerin Liz Truss ist auf Europatournee. In dieser Woche Bosnien-Herzegowina und die Tschechische Republik, sie ist fast schon auf einer Überprüfungsmission: Panzer, Hubschrauber, gepanzerte Fahrzeuge, was auch immer in den Depots verstaubt, alles muss in Aktion.

„Wir müssen sicher sein, dass die Ukraine gewinnt, dass Russland abzieht und dass wir nie wieder eine solche russische Aggression erleben werden“, sagte Truss.

Während sich das ukrainische Militär an der Front über den Mangel an grundlegender Aufklärungs- und Kommunikationsausrüstung beklagt, baut der Westen an der Heimatfront die Reserven auf, die er für eine Gegenoffensive benötigt, von Hubschraubern und Wärmebildkameras bis hin zu ernsthaften Angriffswaffen. Unter anderem gab es diese Woche Berichte über Pläne aus Washington und London, der Ukraine Langstrecken-Mehrfachraketenwerfer zu schicken, darunter Modifikationen, die ballistische Raketen hunderte Kilometer weit schießen können. Das wird voraussichtlich nächste Woche bekannt gegeben.

Gleichzeitig gibt es laut verschiedenen Medienberichten eine stillschweigende Vereinbarung zwischen den westlichen Verbündeten, der Ukraine keine Ausrüstungsgüter wie Panzer und Flugzeuge aus eigener Produktion zu liefern, um einen direkten Zusammenstoß zwischen der NATO und Russland zu vermeiden. Die Tatsache, dass diese Liste keine Raketensysteme enthält, wurde von den Experten des Hamburger Instituts für Sicherheitspolitik als keine gute Nachricht betrachtet: „Die Lieferung von Mehrfachraketenwerfer ist sehr beunruhigend. Die Ukraine könnte mit dem Beschuss von russischem Gebiet beginnen. Experten sind daher überrascht, dass die USA ernsthaft erwägen, Raketenwerfer mit einer so großen Reichweite zu liefern. Sollte die Ukraine jedoch Mehrfachraketen erhalten, so muss deren Einsatz noch genau geregelt werden.“

Es ist überhaupt nicht klar, von wem und wie das geregelt werden soll. Die Zeitung „Die Welt“ glaubt, dass westliche Mehrfachraketenwerfer nicht unbedingt die Wunderwaffe sein werden, die das Blatt wenden kann, sagt aber auch voraus, dass der Besitz solcher Waffen eine unwiderstehliche Versuchung für Kiew darstellen wird, sie auf russisches Gebiet abzufeuern. Die USA schweigen zu diesem Thema, Großbritannien provoziert offen, während Deutschland, Frankreich und zum Beispiel Italien ein solches Szenario vermeiden möchten. Ihre Position entspricht am ehesten dem, was Kissinger in Davos sagte.

„Frankreich, Deutschland und Italien sind besorgt über eine mögliche Verlängerung des Konflikts und fürchten mögliche Schäden für ihre eigenen Volkswirtschaften“, da sie Russland als „unvermeidlichen Nachbarn sehen, der nicht für immer isoliert werden kann“, schreibt die New York Times. (Anm. d. Übers.: Den Artikel habe ich auch gelesen und er sprach von einer Spaltung innerhalb der NATO, weil Deutschland, Frankreich und Italien aus der Reihe tanzen. Ich fand es bemerkenswert, dass deutsche Medien nichts derartiges berichtet haben)

Die Geografie bestimmt vieles. Der Begriff „Isolation“ beispielsweise stammt eindeutig aus einer archaischen, insularen Denkweise. Im modernen kontinentalen Denken wird das völlige Fehlen von Grenzen als Ideal angesehen. Aber ja, das gilt eindeutig nicht heute: Der deutsche Bundeskanzler, der in Afrika – Senegal, Niger, Südafrika – mehrere Tage mit der Suche nach Kohle und Gas beschäftigt war, unterscheidet sich in seiner öffentlichen Einschätzung der Lage nicht wesentlich von seinen Kollegen.

„Das ist ein Angriffskrieg. Russlands Ziel ist es, ukrainisches Gebiet zu erobern, das nicht zu Russland gehört. Wir sind uns alle einig, dass Grenzen in der Welt nicht mit Gewalt verschoben werden dürfen“, sagte Olaf Scholz.

Andererseits hat es Deutschland keineswegs eilig, selbst zu einem der wichtigsten Katalysatoren für fatale Ereignisse zu werden. Anfang dieser Woche veröffentlichte der ukrainische Botschafter Melnyk das Bild einer Schnecke mit einer Patrone auf dem Rücken und erklärte, die Deutschen hätten sich nur sehr langsam zu Waffenlieferungen entschlossen. Auch die Rede des Bundeskanzlers in Davos erwies sich laut Melnyk als „inhaltslos“.

Unerwartet hat Polen, das alte sowjetische Panzer in die Ukraine geschickt und im Gegenzug erwartet hat, die neuesten deutschen „Leoparden“ zu bekommen, Deutschland Vorwürfe gemacht. Aber Deutschland selbst hat nur fünfzig Stück davon, so dass die Polen anscheinend noch warten müssen. Und das nicht nur ein Jahr. Als wirklich starke Geste der Solidarität mit der Ukraine wollte Berlin das schmerzhafte Embargo auf Öl und Ölprodukte als Teil des sechsten Pakets anti-russischer Sanktionen unterstützen und wollte Ungarn überreden. Wirtschaftsminister Habeck strahlte Zuversicht aus, dass eine Einigung nur eine Frage von Tagen sei. Bislang kann Deutschland aber auch diesen Erfolg nicht für sich in Anspruch nehmen, obwohl der EU-Gipfel bereits am Montag stattfindet.

„Ungarn wird dem Brüsseler Ölembargo-Vorschlag nicht zustimmen, solange das die ungarische Energieversorgung unmöglich macht“, sagte Ungarns Außenminister Péter Szijjártó.

Interessanterweise ist die Ukraine, durch deren Territorium die Druschba-Öl-Pipeline verläuft, ebenfalls in der Lage, die Energieversorgung Ungarns unmöglich zu machen. Die stellvertretende Energieministerin Zerkál hat direkt erklärt, dass der Pipeline etwas zustoßen könnte. Auch der ungarische Ministerpräsident Orban schließt Sabotage nicht aus, hat den Ausnahmezustand über das Land verhängt und das Betanken von Autos mit ausländischen Nummernschildern verboten. Alles Weitere wird wahrscheinlich davon abhängen, ob die Ukraine nicht nur mit dem Verhalten Budapests, sondern generell mit dem Ergebnis des Brüsseler Gipfels zufrieden sein wird. Das ist konkrete Erpressung. In Anbetracht der Tatsache, dass niemand die Ukraine nach einem vereinfachten Verfahren in die Europäische Union aufnehmen wird und sie 15 bis 20 Jahre lang den Weg der Reformen gehen muss, ist es unwahrscheinlich, dass die Ukraine zufrieden sein wird.

Da nicht zu erwarten ist, dass die Ukraine in absehbarer Zeit der EU oder der NATO beitreten wird, könnte sich ein militärpolitisches Bündnis mit Großbritannien als unerwartet attraktiv für das Land erweisen. Premierminister Johnson schlug diese Woche vor, die langjährigen Beziehungen zu formalisieren. Deutschland und das gesamte alte Europa werden nicht gebraucht, die baltischen Staaten, Polen und – um seriöser zu wirken – die Türkei sollen in die Organisation aufgenommen werden. Ein weiterer Punkt ist, dass die Ukraine, egal in wessen Gesellschaft sie nun landet, immer die wenig am wenigsten beneidenswerte Rolle bekommen wird.

Ende der Übersetzung
#
https://www.anti-spiegel.ru/2022/erste- ... -der-nato/

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BeitragVerfasst: Di 7. Jun 2022, 08:42 
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Geopolitik
Druck der USA: Das komplizierte Verhältnis zwischen Russland, China und Indien

Indien spielt geopolitisch eine sehr interessante Rolle, denn es laviert zwischen den USA, Russland und China. Ich habe eine sehr interessante Analyse über dieses geopolitische Schachspiel gefunden.

Dateianhang:
Screen Shot 06-07-22 at 09.41 AM.PNG
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von
6. Juni 2022 16:31 Uhr
Die russische Nachrichtenagentur TASS bringt immer wieder sehr gute und fundierte Analysen der geopolitischen Lage. Nun ist eine sehr interessante Analyse über den indopazifischen Raum und die Konfliktlinie zwischen Russland und China einerseits, und den USA andererseits erschienen, in der auch die Rolle Indiens beleuchtet wird. Daher habe ich die Analyse der TASS übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Patrouillenwarnung: Was bedeuten die Flüge russischer und chinesischer Kampfflugzeuge über Asien?
Victor Litovkin über die Gründe, warum den USA und ihren Satelliten die militärische und militärtechnische Zusammenarbeit zwischen Russland und China nicht gefällt

In der letzten Maidekade führten russische und chinesische strategische Bomber gemeinsame Luftpatrouillen über den Gewässern des Japanischen und des Ostchinesischen Meeres sowie dem westlichen Teil des Pazifiks durch. Für die russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte flogen die Veteranen Tu-95MS-Langstreckenflugzeuge und für die chinesischen Luftstreitkräfte flogen Xian H-6 (die stark verbesserten sowjetischen Tu-16-Düsenbomber). Diese Flugzeuge sind in beiden Ländern Teil der Abschreckungsstreitkräfte gegen einen wahrscheinlichen Feind und können Atomwaffen – Raketen und Bomben – zu ihren Zielen tragen.

Bomber und Fakes
Obwohl diese Patrouille über neutralen Gewässern nicht die erste, sondern die vierte war, hat die gemeinsame Kampfübung bei Politikern und Medien in Südostasien und den USA eine regelrechte Informationspanik ausgelöst. Es sei daran erinnert, dass derartige Flüge russischer und chinesischer strategischer Bomber auf einer ähnlichen Route, übrigens ohne Verletzung des japanischen und südkoreanischen Luftraums, schon früher regelmäßig stattgefunden haben, sogar trotz der COVID-19-Pandemie, in den Jahren 2019, 2020 und 2021, und die Flugzeuge der beiden Länder flogen ohne Atomwaffen an Bord. Die jetzigen Panikschreie wurden dadurch genährt, dass die nordkoreanische Regierung am Tag nach dem Überflug der Bomber über das Japanische Meer und das Ostchinesische Meer und gleichzeitig über einen Teil des Pazifischen Ozeans einen Teststart von drei ballistischen Raketen durchgeführt hat, die 800 Kilometer vor der Küste im Japanischen Meer gelandet sind.

Das war der 19. Raketenstart dieser Art durch Nordkorea seit Anfang des Jahres. Die Nachrichtenagentur Asia Times stellte jedoch einen Zusammenhang zwischen Pjöngjangs jüngstem Start einer ballistischen Rakete und dem Flug russischer und chinesischer strategischer Bomber sowie der Militäroperation Moskaus in der Ukraine her. Sie betonte dabei, dass Peking das russische Vorgehen gegen Kiew unterstütze, Moskau und Peking begrüßten angeblich die vom UN-Sicherheitsrat verbotenen nordkoreanischen Raketentests, und darüber hinaus bilden die drei Länder angeblich ihre eigene südasiatische Achse gegen die USA und ihre Verbündeten im indopazifischen Raum. Darauf deutet, laut der Zeitung, die Tatsache hin, dass die Bomberflüge und Raketenstarts unmittelbar nach dem Besuch von US-Präsident Joe Biden in Seoul und Tokio stattfanden, der mit den dortigen Protagonisten über eine weitere Stärkung der militärischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit verhandelt hat. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass die Aktionen Russlands, Chinas und Nordkoreas nach seiner Bemerkung über die Beteiligung der USA an einem Krieg Chinas gegen Taiwan, falls Peking Taipeh angreifen sollte, eine Art Signal an das Weiße Haus sein könnten. Laut Andrew Salmon von der Asia Times würden sich die USA in einem solchen Konflikt eher für die gleiche Taktik entscheiden, wie in der Ukraine, wo sie Kiew mit Waffen versorgen, um die „unprovozierte russische Aggression“ zu bekämpfen.

Überlassen wir es Andrew Salmon, von dieser „unprovozierten russischen Aggression“ zu sprechen – ich schließe nicht aus, dass er einfach nichts über die acht Jahre weiß, in denen Kiew die Städte und Bewohner des Donbass beschossen hat, zu deren Verteidigung Moskau seine Militäroperation gestartet hat. Wir sollten nicht ausschließen, dass der Autor der Asia Times einfach nur ein Opfer und unwissentlicher Anhänger der westlichen Fake-Propaganda ist, die die Tatsachen gewohnheitsmäßig auf den Kopf stellt. Vielleicht weiß er aber auch einfach nicht, dass sowohl Russland als auch China die nordkoreanischen Raketen- und Atomwaffentests (insbesondere in der Nähe ihrer Grenzen) weder begrüßt noch unterstützt haben. Deshalb haben sie einst für die Resolution des UN-Sicherheitsrats gestimmt, die solche Aktionen Pjöngjangs verbietet.

Dennoch wurde behauptet, die drei Staaten hätten den Flug der Bomber und die Raketentests von Kim Jong-Un koordiniert, was meiner Meinung nach provokativ, verleumderisch und lächerlich ist. Noch bizarrer ist die Behauptung, der chinesische Bomberflug zusammen mit dem russischen sei eine Unterstützung Pekings für die Militäroperation. Es ist allgemein bekannt, dass Peking sich für die Lösung der Probleme der Ukraine durch Verhandlungen und Diplomatie, und nicht mit militärischen Mitteln ausspricht. Aber natürlich haben Andrew Salmon und die Agentur, die ihn veröffentlicht, ihren mit mehr als 12.000 Zeichen ungewöhnlich langen Artikel keineswegs verfasst, um ihre demonstrative Ungebildetheit und ihr Jonglieren mit Fakten zu demonstrieren. Der Zweck des Artikels war meines Erachtens ein ganz anderer: Er sollte die Aufmerksamkeit vernünftiger Menschen vom Besuch des amerikanischen Präsidenten Joe Biden in Seoul und Tokio ab- und auf „das aggressive Verhalten Moskaus, Pekings und Pjöngjangs“ hinlenken, und die militärische Eskalation in Südostasien rechtfertigen, die in der Region seit langem zu beobachten ist und sich nach der Rückkehr des US-Präsidenten in die USA sicher weiter gefährlich entwickeln wird.

Man schreibt „Wirtschaft“, man liest „Militärbündnis“
Der viertägige Besuch des US-Präsidenten in Südostasien (genauer gesagt in Seoul und Tokio) diente laut lokalen und amerikanischen Presseberichten rein wirtschaftlichen Interessen. Er sollte die Zusammenarbeit der Verbündeten und Partner Amerikas in der Region gegen die wirtschaftliche Expansion Chinas beleben, um im internationalen Handel (auch außerhalb Asiens) erfolgreich mit China zu konkurrieren.

Gleichzeitig bestand nach Ansicht westlicher Experten eine der „Hauptaufgaben“ von Bidens Reise darin, eine klare Warnung an Peking auszusenden, insbesondere dass Aggressionen gegenüber amerikanischen Verbündeten und Partnern (einschließlich der Insel Taiwan) inakzeptabel sind. Ein weiterer Zweck des Besuchs in der Region ist die Konsolidierung amerikanischer Partner, die ernsthafte Differenzen untereinander haben (ein Beispiel dafür ist Japans Ausschluss Südkoreas von seinen bevorzugten Handelspartnern für 2019, was zu einer Krise in den bilateralen Beziehungen geführt hat). Und natürlich ihre enge wirtschaftliche Zusammenarbeit zu beleben, die auch für die Amerikaner wichtig ist.

Angeblich aus diesem Grund schlug Joe Biden auf seiner ersten Asienreise nach seiner Wahl zum US-Präsidenten vor, regionale Handels- und Wirtschaftsbündnisse zu schaffen, um Peking einzudämmen. Sie wurden sogar unter dem Namen Indo-Pacific Economic Framework for Prosperity (IPEF) zusammengefasst. Neben Seoul und Tokio gehören dazu (was heute nicht mehr seltsam klingen sollte) auch Washingtons Verbündete in der anglo-australisch-amerikanischen Allianz AUKUS und dem quadrilateralen Sicherheitsdialog QUAD (zu dem Japan, die USA, Australien und… Indien gehören).

Einladungen zum Beitritt zum IPEF wurden auch an andere regionale Staaten verschickt. Das geschah Anfang Mai auf dem US-ASEAN-Gipfel in Washington, wo Joe Biden eine Plattform für Unternehmenskooperation vorschlug, die, wie es hieß, die Länder der Region durch gemeinsame Standards in Bereichen wie nachhaltige Rohstofflieferketten, saubere Energie, Infrastruktur und digitaler Handel enger miteinander verbinden soll. Eingeladen waren Australien, Brunei, Indien, Indonesien, Japan, Malaysia, Neuseeland, die Philippinen, die Südkorea, Singapur, Thailand und Vietnam. Doch nicht alle südostasiatischen Länder sind bereit, sich der Initiative anzuschließen, da sie der Meinung sind, dass die Worte „gemeinsame Standards“ sie an US-Vorschriften binden, ihnen US-Produkte aufzwingen und verhindern, dass ihre Waren in irgendeiner Weise auf den US-Markt gelangen. Außerdem wird befürchtet, dass diese Länder gezwungen sein werden, auf die vertrauten, erschwinglichen und qualitativ hochwertigen Produkte aus China zu verzichten, mit dem sie gerne zusammenarbeiten.

Ich werde näher auf Indien eingehen – warum es mit IPEF zufrieden sein könnte und warum es sich an QUAD beteiligt hat. Delhi kauft seit Jahren amerikanische Produkte, auch im militärischen Bereich (z. B. die Militärtransportflugzeuge C-130J, C-17A und C295W, die Patrouillenflugzeuge P-8I Poseidon, Apache-Angriffshubschrauber An-64D und Chinook-Transporter CH-47), und demonstriert damit seine Politik der Diversifizierung der Prioritäten in der Militär- und Technikpolitik und neue Akzente in den Beziehungen zu seinem Partner in Übersee. Dass die Beziehungen zu China schwierig sind, ist weithin bekannt. Unterstützung der USA bei einer Konfrontation mit Peking würde Indien, wie die indische Hauptstadt zu glauben scheint, nicht schaden.

Aber ein Militärbündnis mit Washington einzugehen, um sein Anderthalb-Milliarden-Einwohner Nachbarland einzudämmen oder ihm direkt gegenüberzutreten, ist für Indien nicht zielführend. Es möchte sich auf den quadrilateralen Sicherheitsdialog beschränken und sonst nichts. Daher beteiligt sich Indien aktiv an gemeinsamen Organisationen mit China und Russland, wie BRICS und SCO. Im Übrigen bezieht Delhi den größten Teil seiner militärischen Ausrüstung aus Moskau: 70 Prozent der Ausrüstung von Armee, Luftfahrt und Marine sind russischen oder sowjetischen Ursprungs. Mehr noch: Indien produziert Waffen nur zusammen mit Russland und mit niemandem sonst – Su-30MKI-Kampfflugzeuge, T-90S-Panzer, Fregatten des Projekts 11356, Bramos-Überschallraketen zur Schiffsabwehr und vieles mehr. Russland hat auf indische Bestellung auch den Flugzeugträger Vikramaditya für unsere MiG-29K-Kampfflugzeuge gebaut, und ein Atom-U-Boot des Projekts 971 Shchuka (bei ihnen heißt es Chakra) ausgeliehen. Aber über das Thema der russisch-indischen militärtechnischen Zusammenarbeit kann man eine eigene Geschichte erzählen. Der wichtigste Punkt ist, dass sich diese Zusammenarbeit nicht gegen Drittländer richtet. Und im Unterschied zur indischen US-Politik richtet sie sich nicht gegen China.

Rücken an Rücken gegen gemeinsame Herausforderungen
Natürlich können und wollen Joe Biden und seine Regierung Indien nicht in eine militärische Konfrontation mit China und schon gar nicht mit Russland verwickeln, wie viele russische Experten glauben. Allerdings besuchen US-Politiker Delhi regelmäßig zu diesem Zweck. US-Außenminister Anthony Blinken und seine Stellvertreterin Victoria Nuland waren ebenfalls dort. Letztere sogar während der russischen Militäroperation in der Ukraine. Sie bestand darauf (wie später auch Biden in Tokio), dass Delhi Moskau für sein Vorgehen in der Ukraine verurteilt, sich den Sanktionen gegen die Russische Föderation anschließt und kein russisches Öl mehr kauft. Das hat nicht geklappt. Darüber hinaus haben sich die beiden Länder – Russland und Indien – geweigert, den US-Dollar als Zahlungsmittel in ihren Handelsbeziehungen zu verwenden und sind auf Rubel und Rupien umgestiegen. Und das bedeutet eine Menge.

Auch China hat Russlands Vorgehen in der Ukraine nicht verurteilt, hat sich nicht geweigert, russisches Öl zu kaufen, und hat sich auch nicht den Sanktionen gegen unser Land angeschlossen, obwohl Joe Biden das in ultimativer Form von Chinas Staatschef Xi Jinping gefordert hatte. Der bekannte chinesische Rundfunksprecher Liu Xin erklärte das Wesen dieser Forderungen in einem Satz: „Kannst du mir helfen, deine Freunde zu besiegen, damit ich mich in Zukunft darauf konzentrieren kann, dich zu schlagen?“ Es stimmt, dass einige chinesische Unternehmen, die eng mit ihren Partnern in den USA verbunden sind, aus Angst vor Verfolgung durch Washington ihre Beziehungen zu ihren Partnern in Russland eingestellt haben. Aber man muss zugeben, dass solche Aktionen nicht weit verbreitet und für uns nicht entscheidend sind.

Der chinesische Präsident Xi Jinping erklärte in Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Februar, er sei bereit, mit Moskau zusammenzuarbeiten, „um die bilaterale Zusammenarbeit im Bereich der wissenschaftlichen und technologischen Innovation zu fördern, um die Zusammenarbeit in fortschrittlichen Bereichen wie der künstlichen Intelligenz, dem Internet der Dinge und der Internationalen Mondforschungsstation sowie in anderen führenden Industrien voranzutreiben.“ Zwar wird die Fortsetzung der engen und umfassenden militärischen und militärtechnischen Zusammenarbeit in diesen Bereichen nicht erwähnt, doch sind offenbar auch keine Pausen oder Verzögerungen in diesem Bereich der bilateralen Partnerschaft vorgesehen oder geplant. Wie der chinesische Staatschef sagte, arbeiten China und Russland „Rücken an Rücken“ zusammen. Das ist übrigens das, was echte Kämpfer tun, wenn sie von einem Gegner angegriffen werden, der ihnen an Stärke und Frechheit überlegen ist.

Die USA sind nicht stärker als Russland und China, aber sie sind unübertroffen darin, der Weltgemeinschaft ihre Hegemonialpolitik schamlos aufzuzwingen. Und deshalb ist es offensichtlich, dass die Streitkräfte Moskaus und Pekings, obwohl sie rechtlich gesehen keine Verbündeten, sondern strategische Partner sind, Rücken an Rücken stehen und ihre militärische und militärtechnische Politik koordinieren. Sie haben viel in ihrem Arsenal: gemeinsame Manöver mit Bodentruppen, Luft- und Seestreitkräften, den Austausch von Militärdelegationen und nachrichtendienstlichen Informationen, die Lieferung moderner militärischer Ausrüstung, die Kontrolle des Luftraums durch Radarsysteme des Frühwarnsystems sowie ständige Konsultationen und Meinungsaustausch der Verteidigungsminister und Leiter der Generalstäbe über die aktuelle internationale Lage und die Bedrohungen der gemeinsamen Sicherheit. Dazu gehören auch regelmäßige Flüge strategischer Bomber beider Länder, so genannte Wing-to-Wing-Flüge, im Japanischen Meer, im Ostchinesischen Meer und im westlichen Pazifik in der Nähe der US-Stützpunkte auf Hawaii und in Südkorea sowie auf den japanischen Inseln, einschließlich Okinawa.

Diese Flüge sollen eine unumstößliche Wahrheit unterstreichen: Es kann und darf keine Vorherrschaft der Vereinigten Staaten in der indopazifischen Region geben, egal, wie sehr sich die US-Präsidenten, ihre Satelliten und Vasallen darum bemühen mögen. Genauso wenig wie es eine Hegemonie Washingtons und seiner Lakaien in anderen Teilen unseres Planeten geben kann. Sie haben zwei unüberwindbare Hindernisse, Russland und China, und deren unzerstörbare Zusammenarbeit Rücken an Rücken.

Ende der Übersetzung

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BeitragVerfasst: Mo 13. Jun 2022, 23:34 
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Wie Russland Europa der NATO entziehen kann (und will?).
In einem gestern veröffentlichten Video stellt Gonzalo Lire, der derzeit in Karkov unter Hausarrest steht, eine sehr interessante Frage:

Was passiert mit Europa, wenn Russland gewinnt? (vid)
Dateianhang:
matador-s.jpg
matador-s.jpg [ 37.95 KiB | 43-mal betrachtet ]

Lira erklärt, und ich stimme ihm zu, dass Russland den Krieg in der Ukraine gewinnen, den Süden und Osten einnehmen wird, um wahrscheinlich ein neues Land zu gründen, und den Rest der Leiche Polen, Ungarn, Rumänien, Litauen und anderen zum Fressen überlassen wird .

Aber was dann?

Die von den USA kontrollierte NATO wird immer noch da sein. Es ist praktisch garantiert, dass die USA damit auf Rache für den Verlust der Ukraine drängen werden. Dies wird durch einen stetigen Aufbau von Truppen und Langstreckenraketen entlang der nordischen und baltischen Grenzen Russlands und zusätzliche Bedrohungen durch die Marine in der nördlichen Arktis sowie im südlichen Schwarzen Meer erreicht. In etwa zehn Jahren könnten die USA erneut versuchen, einen großen (Stellvertreter-)Krieg gegen Russland zu führen. Dann mit einer ordentlichen Siegchance.

Keine Verhandlungen oder Friedensabkommen werden das verhindern. Die USA sind bekanntlich nicht abkommensfähig ( недоговороспособны ). Es hat ALLE Versprechen und Vereinbarungen gebrochen, die es jemals mit Russland gemacht hat.

Dutzende von US-amerikanischen und europäischen Koryphäen hatten Russland versprochen , dass die NATO „keinen Zentimeter“ in Richtung Russland expandieren würde. Schauen Sie, wo seine Grenzen jetzt sind. Die USA und die EU haben riesige Mengen an russischem Staatsgeld beschlagnahmt. Sie haben entgegen ihrer eigenen Verfassung sogar Eigentum von russischen Privatbürgern genommen, nur weil diese Personen Russen sind.

Deutschland und Frankreich haben sich 2014 verpflichtet, Wahlen für einen friedlichen Regimewechsel in Kiew zu garantieren. Einen Tag später stürmten die Faschisten das ukrainische Parlament und diese Garantien erwiesen sich als völlig wertlos. Die USA sagten einfach, scheiß auf die EU . Es schert sich nicht um europäische Interessen. Deutschland und Frankreich haben später die Abkommen Minsk-1 und Minsk-2 ausgehandelt und unterzeichnet. Sie flossen weiterhin Milliarden von EU-Geldern in die Ukraine, obwohl die von den USA kontrollierte ukrainische Regierung nichts unternahm, um sie zu erfüllen. Ja, so dumm waren sie.

Die USA haben in Polen und Rumänien „Raketenabwehrsysteme“ installiert, die in Wirklichkeit dazu bestimmt sind, ballistische Mittelstreckenraketen (IRBM) auf Moskau zu werfen. Diese sind eine ernsthafte Gefahr für Russland.

Auch nach dem Ende der Ukraine werden die NATO und ihre EU-Stellvertreter weiterhin eine Gefahr für Russland darstellen. Beide haben bewiesen, dass sie Versprechen nicht halten können. Russland wird sie folglich neu ordnen müssen.

Russland könnte das mit Gewalt tun. Aber es wird keinen Marsch nach Riga, Warschau, Berlin oder Paris geben. (Denken Sie daran, dass Russland dort war und das getan hat, was jedes Mal zu großen Veränderungen in Europa geführt hat.)

Russland hat seine strategischen Ziele bekannt gegeben. Im Dezember 2021 legte Russland zwei Abkommen zwischen den USA und der NATO vor. Dazu gehörten Forderungen nach einer künftigen Regelung in Europa, die unteilbare Sicherheit für alle garantiert. Am 21. Januar 2022 sollte der russische Außenminister Sergej Lawrow mit Außenminister Anthony Blinken in Genf zusammentreffen, um über die russischen Vorschläge zu sprechen. Nur wenige Minuten vor diesem Treffen hielt das Außenministerium Russlands eine Pressekonferenz ab, um Fragen der Medien zu beantworten :

Frage: Was bedeutet die Forderung Russlands, dass die NATO zum Rahmen von 1997 zurückkehrt, für Bulgarien und Rumänien? Müssen sie die NATO verlassen, US-Stützpunkte von ihrem Territorium entfernen oder etwas anderes?
Antwort: Sie haben einen der Eckpfeiler der russischen Initiative erwähnt. Es wurde bewusst mit größtmöglicher Klarheit dargelegt , um Zweideutigkeiten zu vermeiden. Wir sprechen über den Abzug ausländischer Streitkräfte, Ausrüstung und Waffen sowie über andere Schritte , um zu dem Aufbau zurückzukehren, den wir 1997 in Nicht-NATO-Ländern hatten . Dazu gehören Bulgarien und Rumänien.

Reuters berichtete :

MOSKAU (Reuters) – Die Sicherheitsgarantien, die Russland vom Westen verlangt, beinhalten Bestimmungen, die die NATO-Truppen verpflichten, Rumänien und Bulgarien zu verlassen, sagte das russische Außenministerium am Freitag.
Moskau hat von der NATO rechtsverbindliche Garantien verlangt, dass der Block seine Expansion stoppen und zu seinen Grenzen von 1997 zurückkehren wird.

Auf die Frage, was dies für Bulgarien und Rumänien bedeuten würde, die nach 1997 der NATO beigetreten sind, antwortete das Ministerium, Russland wolle alle ausländischen Truppen, Waffen und andere militärische Ausrüstung aus diesen Ländern abziehen.

Nach mehr als 20 Jahren des Beobachtens von Lawrow und Putin sollte jeder wissen, dass sie sich nicht öffentlich Ziele setzen, wenn sie keine Möglichkeit haben, sie zu erreichen. Sie haben immer gut durchdachte Pläne, bevor sie ihre Ziele bekannt geben.

Wie also kann Russland tatsächlich einen Rückzug der NATO zurück zu den Grenzen von 1997 erreichen?

Sanktionen. Die USA haben ihre wirtschaftlichen und militärischen Kräfte eingesetzt, um dieses oder jenes Land zu sanktionieren, das nicht das tat, was ihm von Washington befohlen wurde. Sofern sie nicht vom UN-Sicherheitsrat erlassen werden, haben solche Sanktionen keine Grundlage im Völkerrecht. Trotzdem setzten die USA sogar Sekundärsanktionen ein. Es drohte mit Sanktionen gegen Europa und alle anderen, da es ihnen befahl, keine Geschäfte mit dem Iran oder Venezuela zu machen.

Alan MacLeod @AlanRMacLeod - 22:45 UTC · 5. Juni 2022
Die USA denken darüber nach, Europa und Venezuela den gemeinsamen Handel zu „erlauben“. Denken Sie darüber nach, was uns diese Geschichte über globale Machtverhältnisse sagt und wer das Sagen hat.

Bloomberg @business - 12:13 UTC · 5. Juni 2022
Die USA könnten Eni und Repsol erlauben, bereits im Juli venezolanisches Öl nach Europa zu liefern, um russisches Rohöl auszugleichen, berichtete Reuters trib.al/fQ10QlX

Russland kann ähnlich vorgehen. Aber da es immer dem internationalen Recht folgt, wird es es auf eine etwas andere Weise tun müssen.

Russland ist insofern eine Supermacht, als es alle Arten von Rohstoffen produziert, die die Welt und insbesondere der „Westen“ braucht. Europa und insbesondere Deutschland ist auf Erdgas und Öl aus Russland angewiesen. Die Energiepreise in Deutschland werden sich mindestens verdreifachen, wenn es komplett von russischen Lieferungen abgeschnitten wird.

Deutsche Branchenführer haben lautstark angekündigt , dass sie den Laden schließen müssen, wenn die derzeitige europäische Politik zur Beschränkung russischer Energielieferungen fortgesetzt wird. Die Chemieriesen BASF und Bayer müssen in ein anderes Land umziehen. Volkswagen, Mercedes, BMW müssen die gesamte Produktion in Europa einstellen. Die Stahlproduktion würde auf null sinken. Düngermangel würde zur Abhängigkeit von ausländischer Landwirtschaft führen.

Massenarbeitslosigkeit würde folgen. Millionen werden auf die Straße gehen, um gegen rollende Stromausfälle, eingefrorene Wohnungen und Hyperinflation zu protestieren.

Russland kann dies jederzeit erreichen. Es muss einfach aufhören, Gas und Öl nach Europa zu liefern.

Trotz sechs europäischer „Sanktionspakete“ gegen Russland gibt es noch keine Gegenreaktion Russlands. Sie kann immer noch hoffen, dass die europäischen Staats- und Regierungschefs das tödliche Spiel erkennen, das die USA mit ihnen spielen.
Leider sind die Führer Europas dumm und kompromittiert. Der olivgrüne deutsche Wirtschaftszerstörungsminister Robert Habeck träumt immer noch davon, Russlands Wirtschaft in die Knie zu zwingen, auch wenn der Rubel steigt und Deutschlands Wirtschaft zusammenbricht. Bundeskanzler Olaf Scholz war nie die hellste Glühbirne im Raum. Durch seine Beteiligung am Wireguard-Skandal ist er zutiefst kompromittiert . Er war Finanzminister, als Berichte über den Milliardenbetrug des Unternehmens von seinem Ministerium unterdrückt wurden. Und bringen Sie mich nicht zu Ursula van der Leyen, die sich seit ihrem ersten öffentlichen Amt als korrupt und inkompetent erwiesen hat. US-Geheimdienste werden von vielen anderen Verbrechen wissen, an denen diese Leute beteiligt waren.

Die gegenwärtigen ideologischen Führer Europas müssen durch saubere ersetzt werden, die der deutschen Tradition der Realpolitik folgen :

Realpolitik (deutsch: [ʁeˈaːlpoliˌtiːk]; von deutsch real 'realistisch, praktisch, tatsächlich' und Politik 'Politik') bezieht sich auf die Verabschiedung oder Beteiligung an diplomatischen oder politischen Maßnahmen, die hauptsächlich auf Überlegungen zu gegebenen Umständen und Faktoren basieren, anstatt streng bindend zu sein selbst zu expliziten ideologischen Vorstellungen oder moralischen und ethischen Prämissen. Insofern teilt sie Aspekte ihres philosophischen Ansatzes mit denen des Realismus und Pragmatismus. In der Politik wird es oft einfach als "Pragmatismus" bezeichnet, zB "Pragmatische Politik verfolgen" oder "Realistische Politik".
Nur mit neuen und anständigen Führern wird Europa zur Vernunft kommen.

Russland kann dazu beitragen und gleichzeitig sein NATO-Problem lösen.

Sie kann öffentlich erklären:

ES WIRD KEINE WEITEREN RUSSISCHEN LIEFERUNGEN JEGLICHER ART NACH EUROPA GEBEN, BIS ES MIT WASHINGTON BRICHT.

Was würde folgen?

Millionen von Diskussionen bei Kerzenlicht würden in frierenden und hungernden europäischen Haushalten geführt. Die politischen Meinungen würden sich ändern. Regierungen würden durch pragmatischere ersetzt.

Frankreich und Deutschland müssten entweder die NATO verlassen oder verarmen und irrelevant werden. US-Truppen auf europäischem Boden würden zum Abzug aufgefordert oder von einer wütenden Öffentlichkeit angegriffen und hinausgeworfen. Deutschland würde dem US-Militär die Nutzung seines Luftraums verbieten. Die USA würden ihren Einfluss auf den Kontinent verlieren.

Das kann nicht passieren? Nun, Gonzalo Lira ist anderer Meinung und ich auch. Anfang Februar, vor der russischen Intervention in der Ukraine, hatte ich vor den Folgen der aktuellen „westlichen“ Politik gewarnt:

Die US-Strategie, Russland in Europa zu „fixieren“, indem man ihm „vernichtende Sanktionen“ auferlegt, um dann China anzugreifen, scheitert. Das liegt daran, dass es völlig falsch verstanden wurde.
Russland ist das autarkste Land der Welt. Es produziert fast alles, was es braucht, und hat sehr begehrte Produkte, die weltweit gefragt sind und besonders in Europa benötigt werden. Russland verfügt auch über enorme finanzielle Reserven. Eine Sanktionsstrategie gegen Russland kann nicht funktionieren.

Die Folgen für Europa waren offensichtlich :

Die USA und ihre Stellvertreter in der EU und anderswo haben sehr harte Sanktionen gegen Russland verhängt, um seiner Wirtschaft zu schaden.
Die letzte Absicht dieses Wirtschaftskrieges ist ein Regimewechsel in Russland.

Die wahrscheinliche Folge wird ein Regimewechsel in vielen anderen Ländern sein.
...
Der gesamte Energieverbrauch in den USA und der EU wird jetzt zu einem Premiumpreis angeboten. Dies wird die EU und die USA in eine Rezession treiben. Da Russland die Preise für Exporte von Waren erhöhen wird, bei denen es über Marktmacht verfügt – Gas, Öl, Weizen, Kalium, Titan, Aluminium, Palladium, Neon usw. – wird der Inflationsanstieg weltweit erheblich werden.
...
[Russland und China] haben mehr Zeit mit dem Thema verbracht als die USA.

Die Europäer hätten das anerkennen müssen, anstatt den USA zu helfen, ihr Selbstverständnis einer unipolaren Macht aufrechtzuerhalten.

Es wird einige Zeit dauern, bis sich die neuen wirtschaftlichen Realitäten eingependelt haben. Sie werden wahrscheinlich die derzeitige Sicht auf die wahren strategischen Interessen Europas verändern.

Europa hat das Glück, dass Russland schon vor dem Wiedereintritt in die Ukraine eine sehr anständige Alternative zur US-Hegemonie in Europa angeboten hat:

Ein Mann, der Putins Ohr hat, Professor Sergej Karaganow, Ehrenvorsitzender des russischen Rates für Außen- und Verteidigungspolitik, hat einen Kommentar geschrieben, der auf eine Alternative hinweist.

Der Artikel wurde von der Financial Times angefordert und sollte dort veröffentlicht werden , was bedeutet, dass er sich an die europäische Führung richtet. Aber die FT hat es jetzt aus nicht genannten Gründen abgelehnt . Es wurde dann in der Zeitschrift Russia in Global Affairs veröffentlicht und nun von RT neu aufgelegt . ... [Karaganow] sagt :


Das Sicherheitssystem in Europa, das nach den 1990er Jahren weitgehend vom Westen aufgebaut wurde, ohne dass nach dem Ende des vorangegangenen Kalten Krieges ein Friedensvertrag unterzeichnet wurde, ist gefährlich unhaltbar.
Es gibt einige Möglichkeiten, das engstirnige ukrainische Problem zu lösen, wie die Rückkehr zur dauerhaften Neutralität oder rechtliche Garantien mehrerer wichtiger NATO-Staaten, niemals für eine weitere Erweiterung des Blocks zu stimmen. Diplomaten, nehme ich an, haben noch ein paar andere im Ärmel. Wir wollen Brüssel nicht demütigen, indem wir darauf bestehen, sein irriges Plädoyer für eine ergebnisoffene NATO-Erweiterung zurückzuweisen. Wir alle kennen das Ende der Demütigung von Versailles. Und natürlich die Umsetzung der Minsker Vereinbarungen.

Aber die Aufgabe ist umfassender : ein lebensfähiges System auf den Ruinen der Gegenwart aufzubauen . Und natürlich ohne Waffen. Wahrscheinlich im weiteren groß-eurasischen Rahmen. Russland braucht im Wettbewerb der Zukunft eine sichere und freundliche Westflanke. Europa ohne Russland oder sogar gegen Russland verliert rapide an internationaler Bedeutung. Das wurde von vielen Menschen in den 1990er Jahren vorhergesagt, als Russland anbot, sich in die Systeme des Kontinents zu integrieren, nicht in sie. Wir sind zu groß und stolz, um absorbiert zu werden. Unser Pitch wurde damals abgelehnt, aber es besteht immer die Möglichkeit, dass es diesmal nicht so sein wird.

Dieser letzte Absatz ist der Kern der wahren strategischen Ziele Russlands. Sie verlangen, das derzeitige System der US-Hegemonie über Europa zu zerstören. Europa muss der NATO entzogen werden. Dafür werden wohl Regimewechsel in den europäischen Ländern notwendig sein.

Russlands Führer haben jetzt die einmalige Chance, diese Ziele zu erreichen. Sie werden von ihren Landsleuten verurteilt, wenn sie dies unterlassen. Die USA haben keine Möglichkeit, einen russischen Verkaufsboykott und seine Folgen zu verhindern oder abzuwehren.

Wann werden die europäischen Politiker oder ihre Hintermänner endlich zu diesen Tatsachen aufwachen?

Aktualisierung (11:45 UTC):

Ein O-Ton von einer Pressekonferenz, die Lawrow derzeit abhält:

Russische Botschaft, UK @RussianEmbassy - 11:41 UTC · 6. Juni 2022
FM #Lavrov: Allem Anschein nach wird niemand die #NATO reformieren. Sie werden dieses „Verteidigungsbündnis“ in ein globales Bündnis verwandeln, das die globale militärische Dominanz beansprucht. Das ist ein gefährlicher Weg, der definitiv zum Scheitern verurteilt ist.
Der Artikel ist aus MoA

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BeitragVerfasst: Di 14. Jun 2022, 00:08 
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Die Gedanken einiger anderer Leute über die Rolle der USA in der Ukraine und in Europa
Craig Murray stellt zutreffend fest, dass US-Präsident Joe Biden daran arbeitet, den Krieg in der Ukraine zu verlängern :

Die neue ukrainische Haltung, dass es ohne die Rückeroberung der Krim kein Friedensabkommen geben wird, hat vorerst alle Hoffnungen auf einen baldigen Waffenstillstand zunichte gemacht. Es scheint ein militärisch unerreichbares Ziel zu sein – ich kann mir kein Szenario vorstellen, in dem Russland de facto die Krim verliert, ohne die ernsthafte Möglichkeit eines weltweiten Atomkriegs.
Dieser Schlag gegen den Friedensprozess war ein Rückschlag in Ankara, und ich sollte sagen, dass jede Quelle, mit der ich gesprochen habe, glaubte, dass die Ukrainer auf Anweisungen handelten, die von Washington an Selenskyj von Verteidigungsminister Lloyd Austin übermittelt wurden, der offen erklärte, er wolle, dass der Krieg zermürbe Russische Verteidigungsfähigkeiten.

Ein langer Krieg in der Ukraine ist natürlich massiv im Interesse des militärisch-industriellen Komplexes der USA, dessen Braten in Afghanistan, im Irak und in Syrien ziemlich aus dem Ruder gelaufen sind. Es fördert auch das strategische Ziel, der russischen Wirtschaft schweren Schaden zuzufügen, obwohl ein Großteil dieses Schadens auf Gegenseitigkeit beruht.

Was Craig übersieht, ist, dass es im Krieg um viel mehr geht als um die Waffenindustrie. Sie hat dazu geführt, dass die USA zumindest zeitweilig Europa und seine Energiequellen kontrollieren.

Wolfgang Streeck wirft einen Blick auf die EU nach der Ukraine . Er beschreibt seine Entwicklung im Laufe der Jahrzehnte und nimmt den großen Fehler zur Kenntnis, den es im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine gemacht hat, der es den USA und der NATO ermöglichte, die Reaktion zu „leiten“:

Als die Spannungen rund um die Ukraine zunahmen, die sich in der Masse russischer Truppen an den ukrainischen Grenzen zeigten, gaben die westeuropäischen Länder den Vereinigten Staaten scheinbar selbstverständlich eine Vollmacht, die es ihnen erlaubte, durch die NATO in ihrem Namen und auf ihre Rechnung zu handeln Namen. Jetzt, da sich der Krieg hinzieht, wird Europa, organisiert in einer der NATO unterstellten Europäischen Union, abhängig von den Bizarren der Innenpolitik der Vereinigten Staaten sein, einer im Niedergang begriffenen Großmacht, die sich für einen globalen Konflikt mit einer aufsteigenden Großmacht bereit macht, China.
Die EU hat völlig verkannt, dass der Krieg für die Interessen der USA geführt wird und wie er von ihr als Waffe gegen die Souveränität Europas eingesetzt wird:

Was werden die Kriegsziele der Vereinigten Staaten sein, die für und mit Europa durch die NATO handeln? Nachdem es Biden überlassen wurde, in seinem Namen zu entscheiden, wird Europas Schicksal von Bidens Schicksal abhängen, das heißt von den Entscheidungen oder Nichtentscheidungen der US-Regierung.
Weniger als das, was die Deutschen im Ersten Weltkrieg einen Siegfrieden nannten – einen siegreichen Frieden, der einem besiegten Feind aufgezwungen wird, wie er wahrscheinlich in den Vereinigten Staaten sowohl von Neokonservativen als auch von den liberalen Imperialisten der Hillary Clinton-Schule geträumt wurde – könnte Biden sich dafür entscheiden oder sogar lieber eine langwierige Pattsituation, einen Zermürbungskrieg, in dem Russland und Westeuropa, insbesondere Deutschland, miteinander verwickelt bleiben.

Eine dauerhafte Konfrontation zwischen russischen und ukrainischen oder „westlichen“ Armeen auf ukrainischem Boden würde Europa unter der NATO vereinen und die europäischen Länder bequem dazu verpflichten, hohe Militärausgaben aufrechtzuerhalten. Es würde Europa auch zwingen, weitreichende, ja lähmende Wirtschaftssanktionen gegen Russland fortzusetzen, und als Nebeneffekt die Position der Vereinigten Staaten als Lieferant von Energie und Rohstoffen verschiedener Art für Europa stärken.

Darüber hinaus würde ein andauernder Krieg oder Beinahe-Krieg Europa daran hindern, eine eigene eurasische Sicherheitsarchitektur einschließlich Russlands zu entwickeln. Es würde die amerikanische Kontrolle über Westeuropa zementieren und sowohl die französischen Ideen einer „europäischen strategischen Souveränität“ als auch die deutschen Hoffnungen auf Entspannung ausschließen, die beide eine Art russische Regelung voraussetzen. Und nicht zuletzt wäre Russland damit beschäftigt, westliche Militärinterventionen unterhalb der atomaren Schwelle an seiner erweiterten Peripherie vorzubereiten.

Diese bedingungslose Kapitulation der EU und ihrer Mitgliedsstaaten unter dem Kommando und der Kontrolle der USA ist bizarr. Wenn die Auswirkungen des Krieges dort einsetzen, wird es einen ernsthaften Rückschlag gegen Brüssel geben. Angesichts all der Widersprüche innerhalb der EU und ihres internen Konflikts mit ihren östlichen Mitgliedern wird die Nachhaltigkeit des EU-Projekts nun ernsthaft in Frage gestellt. Es könnte in reduzierter Form immer noch nachhaltig sein, wenn Russland beschließt, es von der NATO zu verkleinern .

Der schwerwiegendste Fehler wurde gemacht, als die EU vor dem Krieg mit den USA übereinkam, Sanktionen gegen Russland zu verhängen, die Europa mehr schaden würden als Russland. Das hat das Gesamtbild komplett verfehlt.

Alastair Crooke schreibt, dass dies zu einer Veränderung der bisherigen Arbeitsweise der „westlichen“ Welt führen wird :

Die Staats- und Regierungschefs der EU müssen sich ihrer misslichen Lage bewusst sein: Sie haben möglicherweise „den Anschluss verpasst“, um eine politische „Lösung“ zu finden. Aber sie haben den Anschluss in Bezug auf Inflation, wirtschaftliche Schrumpfung und soziale Krise im Inland nicht „verpasst“. Diese Schiffe fahren mit Volldampf in ihre Richtung. Haben die EU-Außenministerien über diese Eventualität nachgedacht oder wurden sie von Euphorie und dem aus dem Baltikum und Polen stammenden Narrativ des „Bad Man Putin“ mitgerissen?
Hier ist der Punkt: Die Fixierung auf die Ukraine ist im Grunde nur eine Beschönigung, die über die Realitäten einer globalen Ordnung im Zerfall geklebt wird. Letzteres ist die Quelle der umfassenderen Störung. Die Ukraine ist nur eine kleine Figur auf dem Schachbrett, und ihr Ausgang wird diese „Realität“ nicht grundlegend ändern. Selbst ein „Sieg“ in der Ukraine würde der neoliberalen regelbasierten Ordnung keine „Unsterblichkeit“ verleihen.

Crooke zitiert den ehemaligen Financial-Times -Kolumnisten Wolfgang Münchau, der zugibt, dass er und der „Westen“ die wirtschaftliche Rolle Russlands auf dem Weltmarkt völlig falsch eingeschätzt haben:

Die westlichen Sanktionen basierten auf einer formal korrekten, aber irreführenden Prämisse, von der ich selbst zumindest bis zu einem gewissen Grad überzeugt war: Dass Russland abhängiger von uns ist als wir von Russland. Russland hat mehr Weizen, als es essen kann, und mehr Öl, als es verbrennen kann. Russland ist ein Lieferant von Primär- und Sekundärrohstoffen, von denen die Welt abhängig geworden ist. Öl und Gas sind die größten Quellen russischer Exporteinnahmen. Aber unsere Abhängigkeit ist in anderen Bereichen am akutesten: Lebensmittel und auch seltene Metalle und seltene Erden. Russland ist in keiner der Kategorien ein Monopolist. Aber wenn der größte Exporteur dieser Rohstoffe verschwindet, erlebt der Rest der Welt physische Engpässe und steigende Preise.
...
Haben wir das durchdacht?Haben die Außenministerien, die die Sanktionen ausgearbeitet haben, irgendwann darüber gesprochen, was wir tun würden, wenn Russland das Schwarze Meer blockieren und den ukrainischen Weizen nicht aus den Häfen lassen würde? Haben wir eine vereinbarte Antwort auf die russische Nahrungsmittelerpressung entwickelt? Oder dachten wir, wir könnten eine globale Hungerkrise angemessen angehen, indem wir mit dem Finger auf Putin zeigen?
...
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass wir alle zu sehr miteinander verbunden sind, um Sanktionen gegeneinander verhängen zu können, ohne massive Selbstverletzungen zu erleiden. Sie können argumentieren, dass es sich lohnt. Wenn Sie das tun, klingen Sie wie der angestellte Wirtschaftsprofessor, der argumentiert, dass ein Anstieg der Arbeitslosigkeit ein Preis ist, den es wert ist, bezahlt zu werden.
Die katastrophalen Folgen der Sanktionen waren vorhersehbar und wurden vorhergesagt .

Jetzt, da das Pferd aus dem Stall ist, sollten wir seine Tür nicht schließen, sagt Münchau, sondern etwas anbieten, das das Pferd dazu bringt, freiwillig wieder hereinzukommen :

Wenn wir mit Putin keine Einigung erzielen, mit der Aufhebung der Sanktionen als Komponente, sehe ich die Gefahr, dass die Welt zwei Handelsblöcken unterworfen wird: dem Westen und dem Rest. Lieferketten werden neu organisiert, um in ihnen zu bleiben. Russlands Energie, Weizen, Metalle und seltene Erden werden immer noch verbraucht, aber nicht hier. Wir behalten die Big Macs.
Ich bin mir nicht sicher, ob der Westen bereit ist, sich den Folgen seines Handelns zu stellen: anhaltende Inflation, verringerte Industrieproduktion, geringeres Wachstum und höhere Arbeitslosigkeit. Für mich sehen Wirtschaftssanktionen wie das letzte Hurra eines dysfunktionalen Konzepts aus, das als Westen bekannt ist. Der Ukrainekrieg ist ein Katalysator für eine massive Entglobalisierung.

Stattdessen diskutiert Europa darüber, wie es seine Scheune am besten niederbrennt.

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BeitragVerfasst: Di 14. Jun 2022, 21:34 
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Der Westen bereitet sich darauf vor, den Konflikt in der Ukraine einzufrieren
Im Westen erkennen sie, dass die Kosten des Konflikts in der Ukraine bereits die Gewinne übersteigen, und es ist Zeit, daraus auszusteigen, aber das Gesicht zu wahren
In den heimischen Medien gingen Informationen über den Programmartikel von US-Präsident Joe Biden über die Ukraine, der am 31. Mai in der New York Times veröffentlicht wurde, fast unmerklich durch . Um den Kontrast der Veränderungen in der Wahrnehmung der geopolitischen Ausrichtung zu verstehen, die unter den politischen Eliten der Vereinigten Staaten stattgefunden haben, sollte man sich an Bidens Rede vom 26. März in Warschau erinnern. Es gibt auch Anlass, über die Aussichten für die Entwicklung des russisch-ukrainischen Konflikts zu sprechen.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass Biden fast einen Monat, nachdem Russland eine militärische Spezialoperation (SVO) in der Ukraine gestartet hatte, am 26. März in Polen eine Ansprache mit dem Titel „Über die vereinten Bemühungen der freien Welt zur Unterstützung der Menschen in der Ukraine“ hielt.

In dieser Rede sprach Biden am Beispiel der Ukraine über den grundlegenden Kampf zwischen Demokratie und Autokratie in der Welt. „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass dieser Kampf weder in den kommenden Tagen noch in den kommenden Monaten gewonnen werden wird. Wir müssen uns auf den bevorstehenden langen Kampf vorbereiten“, sagte der amerikanische Präsident.

„Es wird nicht einfach sein, es wird seinen Preis haben. Aber wir müssen den Preis zahlen, denn die Dunkelheit, die die Autokratie leitet, ist der Flamme der Freiheit nicht gewachsen, die die Seelen freier Menschen auf der ganzen Welt erleuchtet“, sagte Biden .

Er erklärte weiter die prinzipielle Natur der Situation: "Jede Generation musste die Todfeinde der Demokratie besiegen. Die Geschichte zeigt, dass dies die Aufgabe unserer Zeit ist, die Aufgabe dieser Generation."

Der amerikanische Präsident erklärte auch, dass Russland die Ukraine niemals besiegen werde, weil "freie Menschen nicht in einer Welt leben werden, in der Hoffnungslosigkeit und Dunkelheit herrschen". Er verglich den russischen Präsidenten Wladimir Putin mit einem Diktator, „der glaubt, dass die Gewalt siegen wird“, während Putin laut Biden „die Feindseligkeiten in der Ukraine beenden kann und muss“.

Zusammenfassend zu den Geschehnissen in der Ukraine sagte Biden: "Dies stellt ohne Übertreibung eine direkte Bedrohung der nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Ordnung dar. Uns droht eine Rückkehr zu jahrzehntelangen Kriegen, die Europa auseinanderreißen und die vor der Ordnung bestanden." zum Völkerrecht festgelegt wurde. Wir können darauf nicht zurückkommen. Die Schwere dieser Bedrohung erfordert ein entschlossenes Handeln des Westens.“

Laut Biden wird die russische Wirtschaft infolge der einheitlichen Sanktionen des Westens um die Hälfte fallen und bald nicht mehr in die Welt der zwanzig aufgenommen werden, und für 1 Dollar geben sie angeblich 200 Rubel (damals).

Bei alledem sagte der amerikanische Präsident, er werde seine Soldaten nicht in die Ukraine schicken, aber der Schutz der Nato-Mitglieder werde gestärkt. Biden beendete seine Rede mit den Worten, dass „ein Diktator, der versucht, das Imperium wiederherzustellen, niemals die Freiheitsliebe der Menschen zerstören wird. Um Gottes Willen, dieser Mann kann nicht an der Macht bleiben.“ Natürlich meinte er hier den russischen Präsidenten.

Wenn Bidens erbärmliche Rede in Warschau ungefähr 27 Minuten lang war, dann dauert eine anzügliche und gemächliche Lektüre seines Artikels in der New York Times maximal 5 Minuten. Schon der Titel des Artikels „What America will and will not do in Ukraine " spiegelt eine Änderung in der Herangehensweise der USA an den russisch-​ukrainischen Konflikt wider – die Amerikaner wehren sich gegen den Konflikt ab.

Zu Beginn des Artikels definiert Biden US-Ziele für die Ukraine: „Wir wollen eine demokratische, unabhängige, souveräne und wohlhabende Ukraine mit den Mitteln zur Abschreckung und zum Schutz vor weiterer Aggression.“ Wie Sie selbst sehen, ist von einem grundsätzlichen Kampf zwischen Demokratie und Autokratie, Licht und Finsternis keine Rede.

Im vierten Absatz des Artikels heißt es: „Wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, wird dieser Krieg letztendlich ‚nur mit Diplomatie enden‘. Jede Verhandlung spiegelt die Tatsachen vor Ort wider auf dem Feld kämpfen könnte." kämpfen und am Verhandlungstisch in der bestmöglichen Position sein."

Auch hier erwähnt Biden die Bedrohung der „nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Ordnung“ nicht, und der „Generationensieg über die Feinde der Demokratie“ spricht offenbar niemanden mehr an. Es ist sehr bezeichnend, dass die Forderungen an den Präsidenten Russlands, die Feindseligkeiten einzustellen, zum Thema des Verhandlungsprozesses geworden sind, wenn auch mit der Hoffnung auf eine starke Position in der Ukraine.

Der Artikel spricht weiter über anhaltenden Sanktionsdruck auf Russland, über Versprechen an US-Verbündete, ihre Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen zu verringern und den „Übergang zu einer sauberen Energiezukunft“ zu beschleunigen. Über die "Erfolge" dieser Sanktionspolitik, den Platz der russischen Wirtschaft in der Welt und den Wechselkurs des Rubels wurde nichts gesagt.

Die Vereinigten Staaten streben laut Biden nicht nur keinen Krieg mehr zwischen der Nato und Russland an, sondern werden Putin stürzen: „So sehr ich mit Mr. Putin nicht einverstanden bin und sein Vorgehen empörend finde, die Vereinigten Staaten werden nicht versuchen, ihn zu stürzen Moskau." Nach den pathetischen Äußerungen, der russische Präsident sei ein Diktator und er könne nicht an der Macht bleiben, klingen die Worte „stimme nicht zu“ aus den Lippen des amerikanischen Präsidenten sehr bescheiden, und die Absicht, Putin von der Macht zu entfernen, wird vollständig widerlegt.

"Wir ermutigen oder erlauben der Ukraine nicht, außerhalb ihrer Grenzen zuzuschlagen. Wir wollen den Krieg nicht verlängern, nur um Russland zu schaden", schreibt Biden. Die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten in diesem Artikel ihre Forderungen in Bezug auf die Ukraine und nicht auf Russland äußern, deutet darauf hin, dass die Vereinigten Staaten versuchen, diesen Konflikt zu schlichten.

Der amerikanische Präsident kehrte dann zum Verhandlungsthema zurück, erklärte jedoch zunächst, er werde "weder privat noch öffentlich Druck auf die ukrainische Regierung ausüben, territoriale Zugeständnisse zu machen". Im Allgemeinen ist die sehr öffentliche Äußerung einer solchen Möglichkeit mit Gerüchten hinter den Kulissen verbunden, die aus dem Weißen Haus in die Medien gelangten.

Danach beschuldigte er die russische Seite, den Verhandlungsprozess zwischen Russland und der Ukraine gestört zu haben, aber es war die ukrainische Seite, die ihre Vorschläge, die am 29. März den russischen Vertretern in Istanbul übermittelt wurden, unter Berufung auf die Provokation der Massaker in Bucha aufgab. Gleichzeitig werden die Vereinigten Staaten laut Biden „weiter daran arbeiten, die Ukraine zu stärken und ihre Bemühungen um eine Verhandlungslösung für den Konflikt unterstützen“.

Am Ende des Artikels erinnerte der amerikanische Präsident daran, dass "wenn Russland keinen hohen Preis für sein Handeln zahlt", dies andere Demokratien gefährde und "das Ende der auf Regeln basierenden internationalen Ordnung bedeuten könnte". Er zog eine rote Linie zu diesem Konflikt: "Jeder Einsatz von Atomwaffen in diesem Konflikt, in welchem ​​Umfang auch immer, wäre absolut inakzeptabel."

Der Artikel endet mit den folgenden Sätzen: „Wladimir Putin hat nicht mit einem solchen Maß an Einigkeit oder Stärke unserer Reaktion gerechnet. Er hat sich geirrt.

Wenn wir diese beiden Reden vergleichen, können wir eindeutig sagen, dass der kollektive Westen, vertreten durch die Vereinigten Staaten, bereits gezittert hat, die einzige rote Linie, die in diesem Konflikt geäußert wird, ist der Einsatz von Atomwaffen durch Russland, was bedeutet, dass alles andere keine Rolle mehr spielt Rolle.

Es sei daran erinnert, dass Pentagon-Chef Lloyd Austin nach einem Besuch in Kiew am 24. April in einem Kommentar zur Situation in der Ukraine zu Journalisten sagte : „Wir glauben, dass wir, sie, gewinnen können, wenn sie die richtige Ausrüstung und die richtige Unterstützung haben und wir werden unser Bestes geben. Wir wollen, dass Russland bis zu dem Punkt geschwächt wird, an dem es nicht mehr die Dinge tun kann, die es vor der Invasion der Ukraine getan hat.“

Seitdem hat Lloyd Austin jedoch nicht mehr auf diese Weise über Russland gesprochen. Noch am 11. Mai, bei Anhörungen im US-Kongress zum Verteidigungshaushalt und der Zuweisung von 40 Milliarden Dollar an die Ukraine, nannte der Pentagon-Chef China "das größte langfristige Problem des US-Militärs". Der Bedarf an militärischer Hilfe für die Ukraine wurde damit begründet, dass sich die Hauptkriegshandlungen in den Donbass verlagert haben und „die kommenden Wochen für die Ukraine entscheidend sein werden“.

In früheren Artikeln von RUSSTRAT wurde bereits der Kampf zwischen „Tauben“ und „Falken“ im Weißen Haus um die Ukraine beschrieben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass anfängliche Lecks aus dem Weißen Haus, die von einer sehr zuverlässigen Quelle – dem Magazin Politico – geäußert wurden, darauf hindeuteten , dass Biden sich den Forderungen der Ukraine nach der Lieferung von Langstrecken-Raketensystemen mit mehreren Starts widersetzte. Wenig später wurde jedoch die Lieferung des amerikanischen MLRS genehmigt, jedoch ohne Munition mit maximaler Reichweite.

Diese Heterogenität der Herangehensweisen des Weißen Hauses hat sich in der Öffentlichkeit ausgebreitet und sogar zu konkreten Forderungen an Biden in den Medien eskaliert, die seine Partei immer unterstützt haben. In dem Artikel „ Die USA und die EU beginnen zu erkennen, dass die Grenze der Konfrontation mit Russland erreicht ist“ wurde beschrieben, dass Biden aus innenpolitischen Gründen aufgefordert sei, die konkreten US-Ziele in der Ukraine festzulegen. Die Medien wollten auch, dass das Weiße Haus der Ukraine den „Appetit“ drosselt und ihrer Führung die Notwendigkeit vermittelt, Friedensabkommen abzuschließen, selbst auf Kosten dieses Landes.

Jetzt können wir mit eigenen Augen sehen, dass Biden diese Anforderungen teilweise erfüllt, indem er einen Grundsatzartikel veröffentlicht, in dem die US-Politik gegenüber der Ukraine im Vergleich zu den ursprünglichen Äußerungen sehr bescheiden aussieht. Es wäre jedoch verfrüht zu sagen, dass der Kampf zwischen den „Tauben“ und „Falken“ des Weißen Hauses beendet ist.

Natürlich spielt die Situation an den Fronten eine wichtige Rolle bei diesen Änderungen im politischen Ansatz, da die westlichen Medien bereits zugeben , dass die Ukraine den Kampf um Donbass verliert. Die „New York Times“ berichtete , die Ukraine habe bewusst Informationen über den wahren Stand der Front zurückgehalten, um den Erhalt der US-Waffenlieferungen zu gewährleisten.

Zudem hat der kollektive Westen seine Stärke im Wirtschaftskrieg gegen Russland nicht kalkuliert und erleidet nun Verluste, die die herrschenden Eliten zu verändern drohen. Denn bei einem starken Rückgang des Lebensstandards der Bevölkerung haben sie praktisch keine Chance, im Rahmen demokratischer Verfahren wiedergewählt zu werden.

Daher sind auch in Europa gewisse Fortschritte bei der Änderung der Position zur Ukraine erkennbar. So weigerte sich beispielsweise die deutsche Außenministerin Annalena Berbock, sich mit dem ukrainischen Botschafter in Deutschland, Andriy Melnyk, zu treffen. Früher konnte Melnik niemand abschlagen, selbst Beleidigungen gegen die ersten Personen der BRD kamen damit durch und er meldete sich weiter im deutschen Fernsehen zu Wort.

Nun räumt die Zeit ein , dass es in den deutschen Medien nach dem 24. Februar eine Regel gab: "Über die Ukraine wird nur Gutes öffentlich", aber inzwischen steckt dieses Land in Korruption, und sein Präsident Wolodymyr Selenskyj baut eine Diktatur auf.

Wie CNN berichtet , diskutieren die USA, Großbritannien und die EU Möglichkeiten, die Situation in der Ukraine ohne die Beteiligung von Vertretern aus Kiew zu lösen. Der kollektive Westen kann den langwierigen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine nicht ertragen: Zusätzlich zu den Kosten der Sanktionen und steigenden Energiepreisen muss die Ukraine fast vollständig finanziert werden, da ihre Wirtschaft nicht funktioniert und sich mit jedem Tag der Feindseligkeiten verschlechtert. Es ist fast unmöglich, einem europäischen Bürger, der bereits die Aussicht sieht, im Winter in einer kalten Wohnung zu frieren, die enormen Ausgaben für die Ukraine zu erklären.

In der Ukraine ist man sich dieser Situation bewusst: „Jeder will uns ein bisschen zu einem Ergebnis drängen, das definitiv nicht für uns von Vorteil ist, aber für bestimmte Parteien, die ihre eigenen Interessen haben, von Vorteil ist.“ Auch hier sind die Interessen unterschiedlich: sowohl finanziell als auch und politisch" , sagte Selenskyj ukrainischen Medien. Der britische Premierminister Boris Johnson hat seine Kollegen bereits davor gewarnt , die Ukraine zu einem ungünstigen Friedensabkommen zu zwingen, was bedeutet, dass solche Gespräche wirklich auf hoher Ebene geführt werden.

Natürlich will der Westen Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine zu akzeptablen Bedingungen, damit sie später ihren Wählern erklären können, dass sie es geschafft haben, die Ukraine vor der vollständigen Vernichtung durch Russland zu retten. Der Westen ist nicht bereit, seine Niederlage einzugestehen, es fällt ihm leichter zu verkünden, dass es in diesem Kampf keine endgültigen Verlierer gibt. Natürlich wird es Zugeständnisse der Ukraine geben, aber diese mit dem Westen vereinbarten Zugeständnisse werden Russland wahrscheinlich nicht zufrieden stellen.

Eine hochrangige Quelle in der russischen Regierung sagte der Iswestija, dass, wenn Kiew Kontakt zu Moskau aufnehmen würde, der Status der Regionen Cherson und Zaporozhye sowie das Thema Krim und Donbass nicht diskutiert würden. Russland erhöht den Einsatz und das zu Recht. Gleichzeitig wird für die Zwecke der russischen Sonderoperation in der Ukraine die Entnazifizierung und Entmilitarisierung dieses Landes beschlossen, und Wladimir Putin äußerte, dass die Frage einer Bedrohung durch die Ukraine eindeutig gelöst und nicht verschoben werden sollte.

Zusammenfassend können wir den Schluss ziehen, dass der kollektive Westen gereift ist, um Russland anzubieten, diesen Konflikt einzufrieren, aber unser Land muss seine ursprünglich gesetzten Ziele in der Ukraine erreichen, sonst wird sich als Ergebnis dieser Verhandlungen nur eine Atempause ergeben, was wird zu einem neuen, noch heftigeren Krieg mit der Kiewer Junta.
https://russtrat.ru/analytics/9-iyunya-2022-0005-10673

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BeitragVerfasst: So 19. Jun 2022, 12:07 
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Russland kämpft für den Erhalt der Menschheit

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Der Westen hat kein Zukunftsbild: Chipisierung, künstliche Intelligenz und Entmenschlichung,
LGBT, die Zerstörung der Familie,
das Aufhören aller Formen menschlicher Identität – das ist ein Bild des Todes, nicht der Zukunft


Das RUSSTRAT-Institut präsentiert die Niederschrift der Rede des für Integration und Makroökonomie der EWG zuständigen Vorstandsmitglieds (Ministers) Sergey Glazyev beim Runden Tisch „Russland: Welches Zukunftsbild entspricht den Zielen der nationalen Entwicklung?“. am 1. Juni 2022 in der Nachrichtenagentur REGNUM, organisiert vom Institut RUSSTRAT und der Nachrichtenagentur REGNUM.

Wir wenden uns nun den Grundfragen unseres Seins zu. Und eine spezielle Militäroperation ist ein Katalysator für diesen Prozess, unseren Platz in der Welt zu verstehen, und natürlich brauchen wir ein Bild der Zukunft. Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit darauf lenken, dass die besondere militärische Operation, die ursprünglich als Entnazifizierung, Entmilitarisierung angekündigt wurde – wir verstehen, was das für die Ukraine bedeutet – jetzt an dieser Front allmählich auf dem Spiel steht.

Alle sagen bereits, dass dies ein weltweiter hybrider Krieg ist, obwohl von Anfang an klar war, dass der Spezialeinsatz in einem viel breiteren Kontext betrachtet werden sollte. Viele glauben jetzt, dass dies ein zivilisatorischer Krieg ist, in dem verschiedene ideologische Systeme konfrontiert werden. Es ist klar, dass dies ein Krieg des Guten gegen das Böse und ein Krieg um das Überleben der Menschheit auf lange Sicht ist.

Bevor ich über das Bild unserer Zukunft spreche, möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf die Muster der langfristigen sozioökonomischen und politischen Entwicklung lenken. Wir – ich meine eine Gruppe von Wissenschaftlern der Akademie der Wissenschaften, die in langen Zyklen wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung arbeiten – haben es erstens geschafft, diesen besonderen Krieg von 2022 vorherzusehen. Bereits 1914 war klar, dass die Herausforderung, der wir gegenüberstanden und deren Ergebnis die Wiedervereinigung mit der Krim war, sicherlich die gesamte russische Welt, einschließlich des Territoriums der Ukraine, betreffen würde. Ich habe sogar ein Buch mit dem Titel The Last World War: The US Starts and Loses.

Irgendwo war das, was wir heute sehen, absolut präzise formuliert, einschließlich der Zahl der Streitkräfte der Ukraine und der Rolle der Amerikaner und Briten bei dieser Besetzung der Ukraine sowie der Kultivierung des ukrainischen Nationalsozialismus. All dies wurde fast bis ins letzte Detail vorhergesagt. Wir setzen unsere Forschung fort. Demnach fällt der Höhepunkt der Konfrontation auf das Jahr 2024. Das ist die Prognose, die mein Kollege vor 10 Jahren abgegeben hat, noch vor dem jetzigen Militäreinsatz und noch vor 2014. Und dann gab es noch unsere neuen politischen Siebenjahreszyklen.

Warum 2024 und warum befinden wir uns in dieser hybriden Kriegssituation? Tatsache ist, dass die Neuzeit durch zwei gleichzeitige revolutionäre Ereignisse gekennzeichnet ist. Die erste ist die technologische Revolution, über die früher viel geredet wurde. Es wird anders genannt, wir sagen, dass dies eine Änderung der technologischen Muster ist. Und diese Veränderung der technologischen Muster erfolgt immer durch eine wirtschaftliche Depression, die in diesem Zyklus in der Welt seit 2008 begann – seit Beginn der globalen Finanzkrise.

Und in dieser Übergangsphase hat sich bereits eine neue technologische Ordnung gebildet, ein bekannter Komplex nanotechnischer Informations- und Kommunikationstechnologien, der sich nicht nur in die Wirtschaft hinein entwickelt. Aber auch in den Methoden der Kriegsführung. Wir sehen tatsächlich, dass wir nicht nur einem Feind gegenüberstehen, der im Pentagon und Mi-6 stationiert ist. Unsere Truppen sind mit künstlicher Intelligenz konfrontiert. Dies ist bereits ein Krieg einer neuen technologischen Ordnung.

Aber ein wichtigerer Punkt ist der Wandel der weltwirtschaftlichen Strukturen im Kontext unseres heutigen Themas. Der Wandel wirtschaftlicher Strukturen ist ein Prozess, der einmal im Jahrhundert stattfindet und in dessen Verlauf sich das Managementsystem ändert. Früher hätten wir dies den Prozess einer gesellschaftspolitischen Revolution genannt, aber mit moderner Argumentation ist dies eine grundlegende Veränderung der Institutionen der Weltwirtschaftsbeziehungen, der Produktionsbeziehungen und des gesamten Systems der Steuerung der sozioökonomischen Entwicklung, die mit einem Wandel in den Zentren der Weltwirtschaft einhergeht.

Die Weltwirtschaft verlagert sich rasant nach Südostasien, das bereits mehr als die Hälfte des Wachstums des Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Und in diesem neuen Zentrum der Weltwirtschaft hat sich ein völlig anderes Regierungssystem herausgebildet als das, in dem wir heute leben. Ich muss sagen, dass Sie in diesem Bild oben die Veränderung der weltwirtschaftlichen Strukturen sehen. Das sind Weltwirtschaftsstrukturen mit einem Zyklus der Veränderung einmal im Jahrhundert. Und ganz unten stehen die technologischen, die Veränderung technologischer Strukturen, bei denen der Zyklus der Veränderungsphasen etwa 50 Jahre beträgt.

Technologische Modi sind in der Literatur als lange Kondratjew-Wellen bekannt, genauer gesagt, die Lebenszyklen von technologischen Modi und ihre Wachstumsphase sind eine lange „Kondratjew-Welle“. Die Wachstumsphase der Weltwirtschaftsstruktur ist ein säkularer Zyklus der Kapitalakkumulation.

Einmal im Jahrhundert tritt eine gefährliche Resonanz auf, wenn wir gleichzeitig einer technologischen Revolution, einer sozioökonomischen Revolution und einer soziopolitischen Revolution gegenüberstehen. Dabei verändert sich nicht nur die Technik, sondern auch das Mindset. Die Ideologie ändert sich , wenn Sie so wollen.

Als Beispiel sei die vorangegangene Phase des weltwirtschaftlichen Strukturwandels genannt. Das ist ein Prozess, der sich leider immer durch Weltkriege vollzieht. Weltkriege sind in diesem Fall darauf zurückzuführen, dass die herrschende Elite des bisherigen Zentrums der Weltwirtschaft sich nicht von ihrer Vormachtstellung trennen will und mit aller Macht versucht, diese bis zur Entfesselung eines Weltkriegs zu halten . Vor 100 Jahren, als die koloniale Weltwirtschaft in die imperiale Welt überging, durchlief sie zwei Kriege, den Ersten und den Zweiten Weltkrieg, zwischen denen eine große Depression lag.

Die koloniale Weltwirtschaft ist ein System industrieller Beziehungen, das auf einem privaten Familienunternehmen basiert. Politisch erhielt das Britische Empire den größten Spielraum für diese Weltwirtschaftsstruktur. Wo die Kombination von Institutionen der Staatsverwaltung, deren Kern die monarchische Herrschaft Großbritanniens war, mit privatkapitalistischen Unternehmen zur Entstehung der englischen bürgerlichen Oligarchie führte, der es gelang, große Monopole des Handels- und Produktionstyps zu organisieren, die die Vorherrschaft Großbritanniens auf den Meeren und Ozeanen.

Dies ist die Weltwirtschaftsstruktur der Kolonien, in denen auch das Russische Reich eine bedeutende Rolle spielte. Diese Lebensweise hatte Ende des 19. Jahrhunderts ihre Entwicklungsmöglichkeiten erschöpft. Dies lag daran, dass die Möglichkeiten des Einsatzes von Zwangsarbeitern erschöpft waren. Das Modell wird von Marx gut beschrieben. Als Menschen im großen Stil als Menschen gehandelt wurden – nicht nur in den Kolonien, sondern auch in den Metropolen. Menschen wurden 12 Stunden am Tag ohne freie Tage ausgebeutet. Das Privatkapital nutzte diese Arbeit als Hauptquelle der Bereicherung. Es gab kein Arbeitsrecht, keine Gewerkschaften, keinen Sozialstaat. All dies erschien mit der imperialen Weltwirtschaftsstruktur.

Aber hier ist es wichtig zu verstehen, dass Großbritannien die Grenzen der Entwicklung erreicht hat und Länder mit fortschrittlicheren Regierungssystemen begonnen haben, ihnen auf den Fersen zu treten. Einschließlich Russisches Reich, Deutschland, Österreich-Ungarn, USA. Britische Geheimdienste provozierten den Ersten Weltkrieg, wodurch Großbritannien zum Weltmarktführer wurde. Es scheint, dass es sich so weit wie möglich intensiviert hat, aber nur 20 Jahre vergingen - und die Große Depression wurde nicht eingezogen. Keine Maßnahmen zur Rettung des britischen Empire halfen. Sie führten damals – wie heute die Vereinigten Staaten gegen China – einen Handelskrieg gegen die Vereinigten Staaten, verhängten ein Embargo gegen die Einfuhr amerikanischer Waren.

Im Zweiten Weltkrieg kam es schließlich dazu, dass das Britische Empire, obwohl es zu den Gewinnern gehörte, den Sieg aufgrund der Archaik seines Führungssystems nicht nutzen konnte. Sie brauchte niemanden mehr. Sie brachte keinen wirtschaftlichen Fortschritt mehr. Wirtschaftswachstum, das auf der Ausbeutung von Sklavenarbeit basiert, produziert kein Mehrprodukt mehr. Das britische Empire brach nur 2 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen. Dies ist für uns jetzt vom Gesichtspunkt der historischen Analogie aus wichtig.

Neue Weltwirtschaftsordnung. Wir nannten es imperial, weil es zum ersten Mal auf der Welt fast den gesamten Planeten bedeckte. zwei Drittel der Welt. Das andere Drittel war die Sowjetunion. Seine Weltwirtschaftsordnung basierte auf einem Wohlfahrtsstaat, auf vertikal integrierten Großproduktionsstrukturen. Zur Frage des Geldes und der Verwendung von Geld nicht so sehr als Kapital, sondern als Instrument zur Finanzierung des Wirtschaftswachstums.

Im Allgemeinen gab es die Weltwirtschaftsordnung in drei ideologischen Varianten. Die ersten beiden sind uns gut bekannt. Das Sowjetsystem mit von der Kommunistischen Partei geführten Forschungs- und Produktionsverbänden, die den Sozialismus mit Anspruch auf Kommunismus aufbauten. Das amerikanische System, das auf transnationalen Konzernen und der endlosen Ausgabe des Dollars basierte, was es ihnen ermöglichte, die weltweite Expansion anzuführen.

Und das dritte System, das dank der Leistung des sowjetischen Volkes in Vergessenheit geraten ist, ist das System des europäischen Faschismus, in dem sich der deutsche Nationalsozialismus zusammen mit dem italienischen Ständestaat und Nazis aller Couleur aus verschiedenen anderen europäischen Ländern durchzusetzen versuchte ihre Nazi-Version dieser Weltwirtschaftsordnung auf die Welt.

Ich stelle fest, dass sich die koloniale Weltwirtschaftsstruktur tatsächlich als absolut nicht wettbewerbsfähig herausgestellt hat. Großbritannien verlor den Krieg in Europa gegen den deutschen Faschismus in nur zwei Jahren, und nur die Macht der Sowjetunion und die Hilfe der Vereinigten Staaten, eines Landes, das bereits ein neues Regierungssystem hatte, konnten dieses faschistische Szenario zerschlagen. Und dann starb das britische Kolonialsystem.

Das heißt, diese historische Erfahrung zeigt, dass der Wandel der weltwirtschaftlichen Strukturen natürlich durch das öffentliche Bewusstsein geht. Und die Entstehung eines neuen Managementsystems, und das sind vor allem Beziehungen zwischen Menschen, kann nur mit einem neuen System von Ideen, Ansichten und Prinzipien kombiniert werden.

Jetzt haben wir einen ähnlichen Prozess im Gange. Wir entfernen uns von der imperialen Weltwirtschaft, wo nur die Vereinigten Staaten geblieben sind. Dort begann dieser Übergang mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Es ist dasselbe wie vor 100 Jahren, dauert 30 Jahre. So wie der vorige Übergang praktisch vom 14. bis 1947 dauerte, dauert der jetzige Übergang ein Dritteljahrhundert an.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, die als erste die Anforderungen des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts nicht erfüllte, erleben wir jetzt den Zusammenbruch der Vereinigten Staaten. Die USA sind nicht mehr Weltmarktführer. Bei dem Versuch, die globale Finanzkrise durch Geldpumpen zu überwinden, führten die Vereinigten Staaten die Situation schließlich zum Zusammenbruch des gesamten Finanzsystems und einer steigenden Inflation, die zu Unternehmenspreisen bereits 30 % erreicht.

Wir haben die Selbstdiskreditierung des amerikanischen Systems bei den letzten Präsidentschaftswahlen gesehen, die tatsächlich manipuliert wurden. Amerika ist kein attraktiverer Weg. Hinzu kommt, dass sowohl die USA als auch die EU im Vergleich zu China und Indien, die in den letzten 15 Jahren brillant waren, trotz einer Vervierfachung der Geldbasis nicht in der Lage waren, eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung einzuleiten. Die Effektivität des westlichen Managementsystems - wenn wir es in Bezug auf die Effizienz nehmen - Geldausgabe beträgt 20-25%. Nur jeder 4. oder 5. ausgegebene Euro geht an das verarbeitende Gewerbe.

In China und Indien hat sich ein grundlegend anderes Regierungssystem herausgebildet, das strategische zentrale Planung mit marktwirtschaftlichem Wettbewerb verbindet , bei dem der Staat eine dominierende Rolle bei der Organisation des Geldumlaufs spielt und Privatunternehmen uneingeschränkten Zugang zu Geld gewährt, wenn dies zu einer Zunahme der Öffentlichkeit führt Wohlfahrt.

Alle Prognosen zeigen, dass sich die alte Weltwirtschaftsordnung bis zum Ende dieses Jahrzehnts inzwischen mehr als halbiert haben wird und der Kern des asiatischen Akkumulationszyklus – China, Indien, die Länder Indochinas, Japan, Korea – bereits absolut dominieren wird in allen makroökonomischen Indikatoren.

Dieser Prozess ist unumkehrbar, aber je näher dieser für alle offensichtliche Übergang kommt, desto weniger Kraft bleibt im Kern der alten Weltwirtschaftsordnung, desto aggressiver werden sie. Und hier funktioniert der gleiche Mechanismus der hybriden Kriegsführung, den die Briten im Ersten Weltkrieg und im Zweiten Weltkrieg eingesetzt haben. Wir nannten sie hybrid, weil die Kriege über Territorien gingen.

Im Rahmen der neuen Weltwirtschaftsordnung werden jetzt Kriege um das Bewusstsein, um die Köpfe der Bürger verschiedener Länder geführt, und im Gegensatz zum Krieg des letzten Jahrhunderts ist der aktuelle Krieg in erster Linie ein Krieg um die Vorherrschaft im öffentlichen Bewusstsein. Daher ist die Hauptfront die informations-kognitive Front. Ideologische Fragen stehen hier im Vordergrund .

Die zweitwichtigste Front ist die monetäre und finanzielle Front, wo die USA und die Europäische Union immer noch dominieren. Und erst an dritter Stelle kommen Panzer, Raketen und Flugzeuge zum Einsatz, die eigentlich im Rahmen dieses Hybrid-Weltkrieges zur Bestrafung der Besiegten herangezogen werden. Das heißt, einzuschüchtern, jeden Wunsch nach Widerstand zu zerstören und dergleichen.

So wie Großbritannien den Ersten Weltkrieg entfesselte, als es bereits begriff, dass die vereinte Macht von Deutschland, Russland, Österreich-Ungarn die Briten übertraf und ein paar Jahre bis zu einem Wendepunkt in der Weltführung blieben, so begann die amerikanische herrschende Elite eine Welt Hybrider Krieg. Gleichzeitig entfaltet sich, wie wir sehen, der US-Handelskrieg gegen China. Der Sanktionskrieg gegen uns dauert bereits mehr als 8 Jahre an – und diese Verschärfung der geopolitischen Spannungen ergießt sich heute in dramatische Ereignisse, an denen wir heute voll beteiligt sind.

Wie unterscheidet sich die neue Weltwirtschaftsordnung von der bisherigen, imperialen? Bitte beachten Sie, dass der Staat, der heute in China und Indien gebildet wird, alle Errungenschaften des Staatsaufbaus früherer Epochen beinhaltet. Das ist ein Wohlfahrtsstaat. Es ist ein demokratischer Rechtsstaat, aber gleichzeitig souverän. Das heißt, die Besonderheit der neuen Weltwirtschaftsordnung besteht darin, dass der Führungsstaat nicht versucht, seine Modelle allen anderen Ländern aufzuzwingen .

Wenn es in der imperialen Weltwirtschaftsordnung drei Modelle gäbe, von denen zwei stattfanden - die sowjetische und die amerikanische, und das dritte, das nicht stattfand - der deutsche Faschist. Sie versuchten, die ganze Welt nach ihrem eigenen Bild und Gleichnis neu zu gestalten. Überall entstehen die gleichen Fraktale wie im Zentrum.

In der neuen Weltwirtschaftsordnung wird die weltwirtschaftliche Souveränität wiederhergestellt. Dies ist ein grundlegend wichtiger Punkt. Der Staat in dieser neuen Weltwirtschaftsordnung stellt moralische Werte wieder her . Das ist ein humaner Staat, gerecht, intellektuell, verantwortlich und, kurz gesagt, ideologisch, es ist ein sozialistischer Staat.

Aber in China sehen wir das vertraute Bild der Kommunistischen Partei an der Spitze dieses Staates. Indien hat die größte Demokratie der Welt, aber lassen Sie uns den Gandhi-Sozialismus nicht außer Acht lassen. All diese Traditionen sind lebendig und die Managementmodelle - ich mache Sie darauf aufmerksam - in China und Indien sind ziemlich nah beieinander. Staatliche Kontrolle über das Bankensystem, unbegrenzte Anrechnung des Produktionswachstums, Nutzung des Marktes zum Zwecke der wirtschaftlichen Effizienz des Marktwettbewerbs.

Der Staat stimuliert das private Unternehmertum und stimuliert unbegrenzt, wenn es Einkommen generiert. Daher die Steigerung des Wohlergehens der Menschen. Wenn privates Unternehmertum destruktiv ist, sich an Spekulationen beteiligt, versucht, aus der Destabilisierung der Wirtschaft Kapital zu schlagen, wird ein solches Unternehmertum ernsthaft blockiert. Sowohl China als auch Indien haben strenge Devisenkontrollen, und der Export von Kapital ist nicht erlaubt. Geld wird von 0% bis 4-6% bereitgestellt, je nach Priorität der Kredite. Die Emission von Zielkrediten wird häufig als strategisches Planungsinstrument verwendet.

Wir haben es integral genannt, weil der Staat hier die Gesellschaft versammelt. Es versammelt verschiedene gesellschaftliche Gruppen um das Hauptkriterium – den Aufstieg der Sozialhilfe. Dementsprechend orientiert sich die gesamte Wirtschaftspolitik an diesem Kriterium. Vergleichen wir das Wesen der Wirtschaftspolitik, die in der neuen Weltwirtschaftsordnung betrieben wird.

Hier, beim Vergleich der bestehenden Modelle des Washington Consensus, werde ich die Aufmerksamkeit auf den Hauptunterschied lenken. Erstens besteht der Zweck der Wirtschaft nicht darin, in irgendeiner Weise Geld zu verdienen. Der Zweck der Wirtschaft ist die Erhöhung der sozialen Wohlfahrt.

Daher von hier aus - strategische Planung, von hier aus - der Einsatz von Geld als Werkzeug. Daher - progressive Besteuerung und praktische Maßnahmen zur Gewährleistung sozialer Gerechtigkeit. Alle Erfordernisse eines Wohlfahrtsstaates liegen in der Bildung und im Gesundheitswesen. Die frei sein sollten, um die Reproduktion des Humankapitals so vollständig wie möglich zu gewährleisten. Das Steuersystem des Steuerhaushalts ist entwicklungsorientiert und nicht nur auf die sogenannten "Aufgaben eines Polizeibeamtenstaates". Die Preise werden nach den gewünschten Reproduktionsanteilen der Wirtschaft reguliert .

In den Arbeitsbeziehungen dominiert die Kollaboration, und der Antagonismus zwischen Arbeit und Kapital verschwindet vollständig. Nach unserem Verständnis fungiert das nationale Unternehmen als die dominierende Form des Privateigentums. Ein Unternehmen, in dem die Arbeitnehmer auch Eigentümer sind.

So wachsen Huawei, Xiaomi und andere, die aus Genossenschaften hervorgehen. Das heißt, das ist eine Ökonomie der Sozialpartnerschaft, wo Geld Profit ist und alles, was unsere Ökonomie mit dem Export von Kapital quält, all das wird im System der Wirtschaftsregulierung so begrenzt, dass das Einkommen der Menschen wächst. Und der Unternehmer wuchs proportional zu seinem Beitrag zum Aufstieg des Gemeinwohls.

Und hier gibt es keine Fragen, ob eine Industriepolitik, landwirtschaftliche, wissenschaftliche und technische, notwendig ist. All dies sind offensichtliche Schlüsselpolitiken der öffentlichen Hand, die den Marktmechanismus so steuern, wie es zur Steigerung des öffentlichen Wohls erforderlich ist.

Kommen wir nun zu den ideologischen Versionen dieser neuen Weltwirtschaftsordnung. Der Aufbau des Sozialismus geht in China weiter. Zwar mit chinesischer Prägung, aber so muss es verstanden werden. Wenn der sowjetische Sozialismus die ganze Welt glücklich machen wollte, wollten wir mit viel Geld dafür überall auf der Welt ein sozialistisches System erreichen, dann bedeutet Sozialismus chinesischer Prägung, dass die sozialistische Idee und die nationale Idee zusammenpassen .

Und in China sehen wir die folgenden Slogans – dies ist eine Gesellschaft des universellen Wohlstands, dies ist die große Wiedergeburt der chinesischen Nation. Das heißt, hier ist die Idee des Sozialismus und des positiven Nationalismus, der keinen Anspruch auf nationale Exklusivität erhebt, sondern das Wohl des eigenen Landes in den Vordergrund stellt, ein wesentliches Merkmal .

Dasselbe sehen wir in Indien. Verbindung von Sozialismus, Marktwirtschaft und nationaler Idee. Der nationale Gedanke, obwohl er im Sinne der Wohlstandssteigerung angewandt wird. Das ist verständlich für ein Land mit einer gigantischen Bevölkerung, die seit Jahrhunderten in Armut lebt. Für sie ist der Aufstieg des Wohlstands ein gewisser Schlüsselmoment, keine nationale Idee. Im Gegensatz zum sowjetischen Sozialismus, der in einer „belagerten Festung“ aufgewachsen ist und gleichzeitig zwangsläufig Mobilisierungsmerkmale und die Unterdrückung der persönlichen Freiheit hatte, um die Gesellschaft und den Staat zu retten, gibt es hier keine derartigen Risiken. Nicht in China, nicht in Indien.

Aber es liegt auf der Hand, dass die weitere Entwicklung der Welt in absehbarer Zeit genauso verlaufen wird wie im 20. Jahrhundert, als es eine Konkurrenz zwischen der kommunistischen Sowjetunion und dem demokratischen Amerika gab. Jetzt wird sich die Konfrontation zwischen dem "demokratischen Westen", dem kommunistischen China und dem demokratischen Indien entfalten. Die Frage ist, wo wir sein werden.

Es gibt eine dritte Version dieser Ideologie der neuen Weltwirtschaftsordnung. Er ist in der Tat eine Fortsetzung des Nazi-Westerns, sozusagen ein ideologischer Vektor. Der Rassismus dominierte im 19. Jahrhundert das englische Empire, der Nationalsozialismus beherrschte Europa während des Zweiten Weltkriegs lange Zeit.

Und nun füllen die Rezipienten dieser menschenfeindlichen Form sie mit dem Inhalt des Posthumanismus. In einem elektronischen Konzentrationslager muss jeder in Formation gehen und die Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation oder anderer Analoga einer Weltregierung befolgen.

Das heißt, dies ist die Idee eines Übergangs zu einem posthumanistischen, posthumanen Zustand, in dem Menschen als Instrument der Manipulation angesehen werden. Genauer gesagt, das Objekt der Manipulation - und die Ideologie wird unter der Atomisierung der Gesellschaft aufgebaut.

Das heißt, der hauptsächliche ideologische Vektor ist der Entzug der Menschen jeglicher kollektiver Identität. Nationale Identität, Geschlechtsidentität. Im Allgemeinen sogar menschliche Identität. Die Menschen beginnen, sich selbst als alles Mögliche wahrzunehmen – Cyborgs, Tiere, Pflanzen.

Die Entmenschlichung ist im Gange, und diese Art von posthumanem Material wird in leicht manipulierbare und künstliche Intelligenz eingebaut, ersetzt im Allgemeinen bereits Ideologen, zwingt diese Posthumanität ihre eigenen Verhaltensmodelle auf und zwingt die Menschen, sich so zu verhalten, wie es das künstliche oligarchische Management der Welt erfordert .

Gleichzeitig sehen wir die Entwicklung von Methoden, die es uns erlauben, diese posthumane Gesellschaft in jeden Zustand zu bringen. Bis zur kollektiven Selbstzerstörung. Ich bin sicher, wenn sie anfangen, einen Impfstoff mit einer Art Gift zu injizieren, gibt es bereits Mechanismen, die Mehrheit wird sich anstellen und diesen Impfstoff nehmen.

Wir befinden uns in diesem Übergangszustand der Welt an der Peripherie, offen gesagt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion befanden wir uns an der wirtschaftlichen Peripherie der Vereinigten Staaten. Unser Land wurde als typisches Peripherieland missbraucht, aus dem Milliarden Tonnen an Ressourcen gepumpt, Kapital abgepumpt wurde. Der Braindrain von uns dort, wofür eigentlich das Bologna-System gebraucht wurde.

Denjenigen, die das Bologna-System vorangetrieben haben, war es peinlich, direkt zu sagen, dass das Bologna-System notwendig ist, um den Braindrain zu erleichtern. Dass wir hier kostenlos qualifiziertes Personal ausbilden, das einfach und selbstverständlich umziehen, einen Master ins Ausland machen und dort bleiben kann. Sie haben uns zu einem peripheren Land mit all seinen Eigenschaften gemacht.

Jetzt, nachdem der Westen mit uns in den Krieg gezogen und in fast allen Bereichen Barrieren errichtet hat, sprechen wir über einen Paradigmenwechsel in der Regierungsführung. Aber wir müssen verstehen, dass uns diese Änderung in unserem Managementsystem bisher überhaupt nicht betrifft. Von der anderen Seite wurden Barrieren errichtet, die unser Regierungssystem ausgeraubt haben. Das heißt, sie haben den Kapitalexport erschwert, aber ich stelle fest, dass unsere Währungsbehörden, sobald sich die Situation ein wenig stabilisiert hat, wieder mit dem Kapitalexport beginnen.

Wieder fangen sie an, den Kapitalexport anzukurbeln! Nimm es wenigstens in Rubel, nimm wenigstens Geld von uns! Das heißt, unsere „Geldmacht“ funktioniert nach wie vor. Sie haben nicht die Möglichkeit, Bedingungen für den Kapitalabfluss zu schaffen, sie haben die Möglichkeit der Anwendung der Haushaltsregel tatsächlich gestrichen, aber all dies bleibt bestehen, und die Haushaltsregel ist noch nicht verschwunden. Es kann einfach nicht unter den Bedingungen der Verhaftung von Devisenreserven verwendet werden.

Sie führten den obligatorischen Verkauf von Deviseneinnahmen ein, um den Wechselkurs zu stabilisieren. Nun wollen sie weiterhin Deviseneinnahmen im Ausland belassen, vielleicht werden sie genauso beschlagnahmt wie staatliche Devisenreserven. Das heißt, unsere Geldpolitik bleibt zutiefst peripher, sie folgt immer noch den Regeln des IWF und des Washington Consensus.

Durch die Sanktionen wurde der Gesellschaft plötzlich klar, dass wir ein sehr reiches Land sind, dass wir doppelt so gut leben könnten, weil der Kapitalabfluss aufgehört hat. Sobald der Kapitalabfluss aufhörte, stieg der Rubel sofort, die Kaufkraft stieg um das 1,5-fache und der Rubel festigte sich weiter. Das heißt, bisher war die Hauptzielfunktion der „Währungsbehörden“ die Bereicherung von Währungsspekulanten.

Dafür hat die Zentralbank gearbeitet. Das Inflationsziel ist lächerlich, weil der Hauptfaktor der Inflation die Abwertung des Rubels in einer Situation ist, in der die Bildung des Rubel-Wechselkurses von Spekulanten durchgeführt wird, hauptsächlich von internationalen Spekulanten. Und nur 5 % der Transaktionen an der Moskauer Börse sind Transaktionen für Exporteure und Importeure.

Es ist offensichtlich, dass der Wechselkurs des Rubels in all diesen 8 Jahren manipuliert wurde. Dafür wurden aus Russland zig Milliarden Dollar abgezogen. Die Währungsspekulanten, wobei die amerikanischen Spekulanten die Hauptrolle spielten, waren die Hauptnutznießer der verfolgten Geldpolitik. Jetzt ist dies aufgrund politischer Sanktionen unmöglich geworden. Wir werden gezwungen, gezwungen, auf ein neues Regierungssystem umzusteigen.

Was soll das Kontrollsystem sein? Hier muss man nicht raten. Wir sehen Beispiele für das etablierte neue Regierungssystem in China und Indien. Dies ist natürlich ein gemischtes Regierungssystem, bei dem die Haupteinstellung zum Zweck der Steigerung des öffentlichen Wohls dient. Der Staat ist an der strategischen Planung beteiligt.

Hier ist Elena Wladimirowna Panina, eine der Verfasserinnen des Gesetzes über strategische Planung, die sich sehr um seine Förderung bemüht hat. Wir haben das Gesetz seit vielen Jahren. Aber zunächst wurde seine Einführung verzögert, jetzt endet es mit dem Schreiben von Zehntausenden von Dokumenten zur strategischen Planung, aber es gibt keine Mechanismen für seine Umsetzung.

Obwohl, wenn Sie schauen, wir alle getrennt existieren. Der Mechanismus der privaten und staatlichen Partnerschaft, Sonderverträge, multilaterale Investitionsabkommen, spezielle Refinanzierungsinstrumente, die die Zentralbank nutzen könnte, um billige Kredite zur Steigerung der Investitionen zu bringen. Separat ist das alles, aber im Allgemeinen funktioniert das System nicht.

Wir schlagen seit vielen Jahren vor, zu einem System der fortgeschrittenen Entwicklung überzugehen, bei dem der Schwerpunkt auf der Strategie und Modernisierung der wirtschaftlichen Entwicklung auf der Grundlage einer neuen technologischen Ordnung liegen würde. Nach unseren Schätzungen könnten wir ein Wachstum von mindestens 8 % pro Jahr erreichen, indem wir ungenutzte Produktionsanlagen nutzen, die Wirtschaft mit Geld sättigen und es Unternehmen ermöglichen, Kredite zu maximal 2-3 % für den Endkreditnehmer zu erhalten, um Investitionen zu finanzieren, zur Produktionssteigerung.

Das ist die größtmögliche Nutzung unseres wissenschaftlichen und technischen Potenzials, das ist die intensive Verarbeitung von Rohstoffen. Wir haben keine Einschränkungen für das Wirtschaftswachstum, abgesehen von den künstlich hohen Kreditkosten, die von den "Währungsbehörden" geschaffen wurden. Unternehmen können einen Kredit nicht zu 18 %, nicht zu 11 % aufnehmen, sie müssen einen Kredit zu 1-3 % pro Jahr bringen, wie es in China und Indien üblich ist.

Hier in der Eurasischen Union kämpfen wir mit dem Export von Rundholz, wir haben ein Embargo verhängt, aber aus irgendeinem Grund wird das Holz nach China gebracht. Denn in China stellte der Staat so viel Geld wie nötig bereit, 0,2 % pro Jahr für 10 Jahre, damit Unternehmen eine Infrastruktur für die Verarbeitung, Verpackung und Ernte von sibirischem Holz schaffen konnten.

Sie haben die Infrastruktur geschaffen, sie haben außerdem begonnen, unseren Holzfällern zinslose saisonale Kredite zur Verfügung zu stellen, und da sie bei uns keinen Kredit aufnehmen können, gehen unsere Holzfäller nach China und nehmen dort Kredite auf. Und sie tragen den Wald zu sich – freiwillig und ohne Zwang. Innerhalb des Landes haben sie keine Möglichkeit, Kredite aufzunehmen, um während der Saison Holz zu ernten und die Produkte nach dem Verkauf wieder zurückzugeben.

Das heißt, wir sehen wirklich die Möglichkeit, hohe Wachstumsraten von mindestens 8 % pro Jahr zu erreichen, daher kann ich den Prognosen unserer offiziellen Stellen nicht zustimmen, die sie uns (nach Washington) minus 8 % in diesem Jahr zeichnen. Woher kommen minus 8%? Von der Weltbank und dem Währungsfonds.

Von Washington aus versuchen sie, uns eine so pessimistische Prognose aufzuzwingen, dass "Sie minus 10 haben werden, weil Sie eine Militäroperation gestartet haben". Woher kommt die Zahl minus 10 %? Die EU stoppt Exporte nach Russland und auch Importe aus Russland. Dann stellen sie unter Verwendung eines ökonometrischen Modells die Hypothese auf, dass der russische Außenhandel um 30 % schrumpfen wird. Und nach diesem Modell, das eigentlich eine Extrapolation der bestehenden Beziehungen in der Wirtschaft ist, sagen sie, dass Sie in diesem Fall minus 10% des BIP haben werden. Obwohl der Präsident uns sagt, dass wir die Chancen nutzen müssen.

Auf dem letzten Eurasischen Wirtschaftsforum sagte er, dass ausländische Unternehmen gehen – und vielleicht ist es besser, sie gehen zu lassen, lasst uns diese Produktionen selbst machen. Lassen Sie uns die Substitution importieren. Lassen Sie uns die ausgehende Quote der Europäischen Union mit unserer eigenen Produktion füllen. Wir werden die Zusammenarbeit in der Eurasischen Union und die Beziehungen zu unseren asiatischen Partnern ausbauen.

Das heißt, wenn wir uns mit der Entwicklung der Wirtschaft befassen, wo Geld kein Selbstzweck ist, sondern ein Instrument zur Kreditvergabe an die Produktion, dann können wir dieses Jahr ganz auf eine Rezession verzichten. Im Gegenteil, wir können aus dieser Krise, aus dem Weggang europäischer Wettbewerber, einen Wirtschaftsboom machen. Unternehmerischer Aufschwung. Dazu müssen Sie Kredite vergeben.

Es ist notwendig, die Ziele der Erhöhung des Gemeinwohls zu verwirklichen. Und nicht durch einfache Finanzspritzen, um das Leben der Menschen zu unterstützen, sondern durch die Schaffung neuer Industrien, neuer Arbeitsplätze. Der Präsident hat viele Male darüber gesprochen, aber was wir heute an Maßnahmen zur Stimulierung der wirtschaftlichen Entwicklung haben, ist in Wirklichkeit eine Fortsetzung von zahlreichen kleinen Lockerungen in Bezug auf die Regulierung. Im Hinblick auf die Reduzierung des bürokratischen Drucks gibt es leider keine wirklichen Möglichkeiten, Importsubstitutionsinvestitionen zu erhöhen und langfristige Entwicklungsprogramme umzusetzen.

Zum Abschluss meiner Rede möchte ich sagen, dass das Bild der Zukunft, wie mir scheint, ziemlich offensichtlich ist. Wenn wir verstehen, dass der amerikanische Hybridkrieg vor dem Ende dieses Jahrhunderts höchstwahrscheinlich mit einem Scheitern für sie enden wird. Sie, in ihrer Russophobie, die in ihrem Unterkortex ist, werden dies vielleicht noch nicht erkennen. Deshalb haben sie uns mit China als Hauptgegner angegriffen, da die Russophobie in die angelsächsische Geopolitik eingebettet ist.

Geopolitik, die amerikanische und britische Politiker lehrt, basiert auf Büchern des 19. und 20. Jahrhunderts – von Halford Mackinder bis Zbigniew Brzezinski, und überall ist ihre Hauptidee, „wie man Russland zerstört“. Geopolitik ist eine klassische Pseudowissenschaft zum Thema "Wie kann man Russland in jeder seiner historischen Formen zerstören".

Sie wurden Opfer ihrer genetischen russophoben Orientierung. Sie haben im Handelskrieg gegen China verloren und jetzt haben sie uns fest im Griff. Als die Krim wieder mit uns vereint wurde, habe ich immer wieder gesagt, dass es Sanktionen auf jeden Fall gegeben hätte. Hätte sich mit der Krim wiedervereint oder umgekehrt, in Ungnade gefallen, - trotzdem hätte es Sanktionen gegeben. Und wir verstehen auch, dass der heutige Krieg unvermeidlich war. Noch vor 8 Jahren war es möglich, auf einen Krieg zu verzichten und den gesamten Südosten der Ukraine einzunehmen, ohne einen Schuss abzugeben, die Menschen selbst kamen zu uns.

Jetzt müssen wir diese Verzögerung mit großen Anstrengungen und Opfern korrigieren.

Aber dieser Konflikt war gerade wegen der genetischen Russophobie der amerikanisch-britischen herrschenden Elite, die im Wesentlichen der ideologische und wirtschaftliche Kern der westlichen Welt ist, unvermeidlich. Und sie versuchen, uns auszulöschen, wie sie es ausdrücken, ohne jede Zweideutigkeit, würde ich sagen.

Unterschätzen Sie das nicht. Wenn der polnische Ministerpräsident „löschen“ sagt, bedeutet das natürlich löschen, wie es 1717 war, als das Russische Reich ausgelöscht wurde. Wie es nach der Zeit der Wirren war, als das Moskauer Königreich ausgelöscht wurde. Das heißt, es gab Präzedenzfälle, als Russland ausgelöscht wurde – ausgelöscht ideologisch, kulturell, bis hin zur Zerstörung aller Denkmäler, soweit sie reichen konnten, bis hin zum Verbrennen von Chroniken und dergleichen.

Sie haben einen Plan. Sie denken, dass Russland der Schlüssel zur Weltherrschaft ist. In ihrem wahnhaften Verstand ist dies so. In den Grundlagen ihrer angelsächsischen Geopolitik lehren sie seit Mackinder, dass man Eurasien kontrollieren muss, um die Welt zu kontrollieren, sie nennen es eine große Insel. In Eurasien der Hauptverantwortliche. das ist Russland.

Um die Welt zu kontrollieren, muss Russland daher erobert, zermalmt und zerstört werden. Dann ist das nächste Ziel die Zerstörung des Iran, das ist absolut offensichtlich. Und dann denken sie, dass sie, indem sie China von allen Seiten einkreisen und es vom Rest der Welt isolieren, ihre Dominanz und Hegemonie behalten werden .

Das ist ein absolut utopisches Projekt, sie werden den Krieg verlieren. Sie verlieren bereits vor unseren Augen einen entscheidenden Vorteil. Diese sehr berüchtigten Sanktionen, aufgrund derer wir unsere Devisenreserven verloren haben und unser Offshore-Geschäft heute nicht mehr weiß, wie es weiter funktionieren soll.

Unter dem Gesichtspunkt der Zukunftsaussichten eines hybriden Krieges ist dies tatsächlich ein Trumpf-Ass, da ihr Hauptvorteil in der Ausgabe von Weltwährung bestand. Und dann spielten sie ihr Trumpf-Ass aus. Sie haben keine Weltwährung mehr, niemand traut ihnen mehr – weder politisch, noch ideologisch, noch wirtschaftlich. Ein Exodus aus dem Dollar hat begonnen.

Die Chinesen verkaufen Dollarreserven. Ihre Satelliten scheuen sich noch davor, aber wer hier schneller Dollars verkauft, wird weniger verlieren. Absolut offensichtlich. Vergessen wir nicht, dass die Hälfte der Dollars, die Amerikaner in großem Umfang drucken, außerhalb der USA liegen. Diese Dollarwelle kehrt heute nach Amerika zurück. Glaubte man früher, es sei gut, dass Kapital ins Land ziehe, nehme die Lawine nun offenbar inflationäre Folgen an und das Platzen der riesigen Finanzblasen, die das westliche Finanz- und Wirtschaftssystem ausmachen, sei nicht mehr fern.

Heute denken wir darüber nach, eine neue Rechnungswährung zu schaffen, die an den Warentausch gekoppelt wäre. Wir bauen ein Bündnis mit China „One train – one way“ auf. Wir versuchen, das Völkerrecht in der eurasischen Integration wiederherzustellen und halten uns strikt an die Prinzipien der Freiwilligkeit und Achtung der Souveränität, des gegenseitigen Nutzens und der Transparenz. Das heißt, wir schaffen ein attraktives Bild der neuen Weltordnung. Neue Weltwirtschaftsordnung.

Das Problem ist, dass unsere Zukunftsvision ohne schnelleres Wirtschaftswachstum nicht überzeugend sein wird. Passen Sie auf, unsere eurasischen Ideologen, zum Beispiel Trubetskoy, sie haben den Zusammenbruch der Sowjetunion Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts brillant vorausgesehen, die dann gerade auf die Beine kam.

Er sagte, nachdem sich der Arbeiter- und Bauernstaat erschöpft habe, werde sich eine neue, über der Klasse stehende Gemeinschaft bilden. Die Sowjetunion wird ihren ideologischen Kern verlieren und zusammenbrechen. Als nächstes kommt die Ära des Nationalismus. Die Fragmente der Sowjetunion werden von nationalistischen Ideen verführt, um unser großes Land wieder zusammenzuführen. Und dann ist es natürlich notwendig, den Nationalismus zu überwinden und den Nationalsozialismus loszuwerden.

Es darf keine nationale oder sonstige Exklusivität gewährt werden! Und die Grundlage für eine neue Union kann nur ein Verständnis der Gemeinsamkeit der eigenen Geschichte sein. Achten Sie darauf, wie die Chinesen die Parolen der Eurasier abfangen. China ruft zur Einheit aller Völker des gemeinsamen Schicksals der Menschheit auf. Was sind „Völker eines gemeinsamen Schicksals“? Dies sind die Völker eines Landes. Dieses Verständnis des gemeinsamen Schicksals der Menschheit ist in der Tat die ideologische Grundlage der großen eurasischen Partnerschaft, von der unser Präsident spricht.

Aber um in dieser Partnerschaft führend und nicht an der Peripherie zu sein, ist es notwendig, eine fortgeschrittene wirtschaftliche Entwicklung sicherzustellen. Dazu bedarf es der Ideologie der gemeinsamen Sache, des Gemeinwohls.

Zum Abschluss meiner Rede werde ich kurz sagen, dass diese Ideologie die Errungenschaften des Sozialismus aufnehmen sollte. Es ist kein Zufall, dass die sozialistische Ideologie sowohl in China als auch in Indien und unter unterschiedlichen politischen Konstruktionen dominiert. Sozialismus als Idee des Gemeinwohls, wobei der Hauptsinn des Staates der Dienst an der Gesellschaft ist. Der Staat dient nicht bestimmten sozialen Gruppen, wie unserer Oligarchie oder Bürokratie, oder irgendjemand anderem. Der Staat engagiert sich ernsthaft und wahrhaftig für die Verbesserung des Gemeinwohls.

Daher muss natürlich die sozialistische Idee vorhanden sein. Ohne sie ist eine neue Lebensweise nicht möglich, außerdem hat sie bereits Gestalt angenommen. Der Sozialismus muss als vorherrschende Ideologie, als Kern des Weltwirtschaftssystems Südostasiens, wieder zurückkehren. Wenn wir uns das japanische oder das koreanische Modell ansehen, werden wir auch die vertrauten Züge der sozialistischen Ideologie sehen. Das ist ein Zustand, der plant, ein Zustand der Entwicklung.

Was die Frage der ethischen Werte angeht. Die neue technologische Ordnung fordert die Menschheit wirklich in dem Sinne heraus, dass es technologisch möglich ist, in einen posthumanoiden Zustand überzugehen. Die Entstehung von Cyborgs, Bewusstseinsmanipulation, künstliche Intelligenz. Dies sind alles Zeichen eines Übergangs zu einer posthumanen Zivilisation, und wenn wir unsere traditionellen ethischen Standards verlieren, wenn wir zulassen, dass diese neue oligarchische Weltregierung dominiert, erwarten Sie keine guten Dinge. In diesem Fall ist die Menschheit am Ende.

Und da wir an der Spitze eines hybriden Krieges stehen, können wir wirklich davon ausgehen, dass der Krieg mit dem Westen das Schicksal der Menschheit ist. Und der Westen hat heute kein Bild von der Zukunft. Universelle Chipisierung, künstliche Intelligenz und Entmenschlichung, LGBT, die Zerstörung der Familie, das Aufhören aller Formen menschlicher Identität – das ist ein Bild des Todes, nicht der Zukunft. Das bringt uns der Westen. Da wir in direkter Konfrontation mit ihm stehen, können wir davon ausgehen, dass wir wirklich für den Erhalt der Menschheit kämpfen.

Die Frage ist, was hier die Ideologie sein soll. Offensichtlich sollte es auf traditionellen Werten basieren. Kurz gesagt, das soll ein in Europa bereits weitgehend vulgarisiertes Bild des christlichen Sozialismus sein. Mit dem Verständnis, dass wir nicht nur den christlichen Sozialismus haben, sondern auch den islamischen Sozialismus, den buddhistischen Sozialismus. Ich würde diese Ideologie als sozialkonservative Synthese bezeichnen. Eine Kombination aus traditionellen moralischen Werten, die aus den großen Religionen erwachsen sind, mit den Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit, einem Wohlfahrtsstaat und einem Stand der Entwicklung.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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„Verunglimpfungen sind für den, der sie ausspricht, schimpflicher als für den, dem sie gelten“. :jahaaa
(Plutarch von Chäronea)


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