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 Betreff des Beitrags: EINE ANDERE WELT
BeitragVerfasst: Mo 10. Jan 2022, 21:52 
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EINE ANDERE WELT

Wir schenken Euch diesen Film, den wir mit vielen engagierten Menschen aus Vorarlberg gemacht haben,
damit wir einander wieder besser verstehen.
Wir wünschen Euch viele Umarmungen und kritische Fragen.
Es gibt viel zu tun. Für die Zukunft unserer Kinder. Tu auch Du etwas!
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Medien und Politik stempeln Menschen, die die verhängten Coronamaßnahmen für überzogen halten, oftmals als Coronaleugner, Rechtsradikale, Esoteriker, Hetzer, Narren oder Schwurbler ab
Was sind das für Menschen, die an den Anti-Coronamaßnahmen-Demos teilnehmen? Die nicht geimpft sind - oder geimpft sind und trotzdem gegen eine Impfpflicht demonstrieren? Für diesen Film waren wir zwei Wochen in Vorarlberg und haben dort Menschen interviewt, die sich kritisch zu Coronamaßnahmen äußern.
Wie sich die Gesellschaft in der Coronakrise veränderte
März 2020. Die Bundesregierung kündigt einen Lockdown mit massiven Kontaktbeschränkungen in ganz Österreich an. Fast zwei Jahre und mehrere Lockdowns später finden wir ein gespaltenes Land vor, in dem Befürworter und Gegner von Coronamaßnahmen und Impfungen nur noch schwer miteinander reden können. Ein neuer Film holt Menschen aus den verschiedensten Lebensbereichen und -situationen vor den Vorhang.
Ob Hebamme oder Bestatter, Psychotherapeut oder Covid Intensivschwester, Künstler oder Biobauer, Schüler oder Mutter eines behinderten Sohnes: Im neuen Dokumentarfilm von Patricia Marchart und Georg Sabransky kommen sie alle zu Wort. Obwohl die Interviewpartner aus ganz verschiedenen Lebensrealitäten stammen, haben sie so doch oft ähnliche Sorgen und Ängste. Die Jungen machen sich Sorgen um ihre Zukunft, Ärzte können die Gesundheitspolitik nicht mehr nachvollziehen und Psychotherapeuten warnen vor den Kollateralschäden der Coronamaßnahmen.
In Szene werden die geführten Gespräche durch Einblicke in den Alltag der Betroffenen gesetzt. Im Dokumentarfilm sieht man Ausschnitte aus dem Leben jener, die die Politik offenbar längst vergessen hat.
Wie wird meine Zukunft aussehen? Warum hat die Politik auf jungen Menschen vergessen? Warum müssen sich unbedingt alle impfen lassen? Warum Kinder impfen? Es sind Fragen wie diese, die die Menschen nach wie vor beschäftigen. In „Eine andere Welt“ werden diese Fragen gestellt.
In diesem Film geht es um alles: Um unsere Kinder und deren Leben im Hier und Jetzt und in der Zukunft; Diesen Film haben Menschen gemacht, die dafür Verantwortung übernehmen.
Wir sind niemandem verpflichtet, keiner Organisation, keinem Auftraggeber, keinen Medien, keiner Partei, nur uns selbst und unserem Gewissen. Hier haben sich Menschen zusammengefunden, die das Thema - Coronamassnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven kritisch beleuchten.

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 Betreff des Beitrags: Re: EINE ANDERE WELT
BeitragVerfasst: Sa 22. Jan 2022, 11:12 
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Der Mut zur inneren Revolte
Was es heißt, seine eigene Klaviatur zu spielen.


Für Erich Fromm stellt der Sündenfall den ersten Akt des Ungehorsams dar. Es war das Nichtgehorchen eines Gebietes sowie Nichtbefolgen eines Gebotes, das Adam und Eva erstmals ihre Mündigkeit hat gewahr werden lassen. Wenn auch unter Scham und Schande war dieser Akt des Wiedersetzens ihr erster Schritt in Richtung Freiheit und Unabhängigkeit. Diese Mut, diese innere Revolte, scheint es zu brauchen, um dem blinden Dasein in autoritärer Vormundschaft und Gehorsam, kurz, der eigenen Angst vor der Freiheit , zu entkommen. Es braucht eine Entschlossenheit, sich nicht länger von toten, heteronom oktroyierten Ideen leiten zu lassen. Den Entschluss, nicht länger betäubt und objektiviert sein zu wollen.

In Zeiten wie diesen scheint Ungehorsamer denn notwendig je. Also meine Meinung. Ich weiß, dass diese Forderung das Gegenteil zur derzeitigen Mehrheitsmeinung darstellt. Gehorsam sei das Gebot der Stunde. Nur durch Gehorsam, das strenge Befolgen der Maßnahmen kämen wir aus dieser Krise. Verstehen Sie mich nicht falsch, im Antlitz eines Notstandes mag es wahrscheinlich richtig sein, dem politischen Diktat zu folgen, um durch Planung größere Verluste zu vermeiden. Aber wie erkenne ich, wann der Notstand vorbei ist und das Mittel der Planung zum Selbstzweck verkehrt wurde? Wie erkenne ich, dass mein Gehorsam keinem weiteren Sinn mehr dient, als jemandem Kontrolle über mich zu tragen?

Diese Fragen möchte ich anhand von Erich Fromms Essayband „Über den Gehorsam“ nachgehen. Was ist der Unterschied zwischen heteronomen und autonomen Gehorsam? Wie werde ich meinem Gehorsam gewahr? Wieso schaffen es, manche Menschen „aufzuwachen“ und andere nicht? Wie entschließe ich mich dazu, frei sein zu wollen? Und wann bin ich wirklich frei?

„ Nur wenn der Mensch sich vom Schoß der Mutter und von den Geboten des Vaters befreit hat, nur wenn er sich als Individuum ganz entwickelt und die Fähigkeit erworben hat, selbstständig zu denken und zu fühlen, nur dann kann er den Mut aufbringen, zu einer Macht nein zu sagen und ungehorsam zu sein.“ Gegen den Zwang, für das Leben.

Erst im gewahr werden der eigenen Stimme, dem Wiedererlangen von Sicherheit in die eigenen Ideen, Gedanken und Lebensentwürfe, lässt sich lernen, frei zu denken. Ungehorsam, so wie Erich Fromm ihn versteht, ist Voraussetzung keine „gegen etwas gerichtete Einstellung“, sondern „eine Haltung, die sich für etwas einsetzt“. Während ich im Gehorsam gegenüber einer Person, einer Institution oder Macht fremde Entscheidungen anstelle meiner eigenen akzeptiere (heteronomer Gehorsam), ist der Ungehorsam die Bejahung der eigenen Vernunft, des eigenen Willens und der eigenen Freiheit (autonomer Gehorsam). Der Ungehorsam bejaht das eigene Leben.

Neben dieser lebenslangen Aufgabe der immerwährenden Selbsterkenntnis, scheint die Schwierigkeit des Ungehorsams darin zu liegen, erst einmal zu erkennen, dass man sich in einer Abhängigkeit befindet. Egal ob ökonomisch, kognitiv oder emotional. Erst wenn man sich der eigenen Hörigkeit sowie der Ausübungden Gewalt dieses heteronomen Druckes gewahr wird, lässt sich auch die Frage stellen, warum man diesen bislang ertragen hat. Die Frage ist nur, mit was man sich selbst konfrontieren muss, um zu erkennen, dass so wie man jetzt lebt, nicht länger leben möchte. Ist es ein Gefühl, eine Erinnerung, ein Trauma?

Machtmissbrauch, Unterdrückung und Konformitätsdruck

Die Machtverhältnisse des Gehorsams konstituieren sich auf „der Voraussetzung, dass die Vielen gelernten zu gehorchen“. Aufgrund unterschiedlicher Mittel der Angsterzeugung konnten sie ihre Mutes nicht mehr habhaft werden. Zu klein hat man sie gemacht, zu unwichtig hat man sie sich fühlen lassen. Es ist dieses Einimpfen eines heillosen Respekts vor der Konformität, die Angst davor, „anders“ zu sein, aus dem Raster zu fallen, das uns jegliches Ausdrucksvermögen unserer Selbst beraubt. Im Erstarken von Ohnmachtsgefühlen merken wir nicht einmal mehr, dass wir gehorchen. Der Gehorsam wird zur neuen Normalität.

Wir sind von internalisierten Machtstrukturen durchdrungen. Unser Leben lang. Die Eigenart der Autorität vermag sich zu ändern, abhängig von ihrer Interessenlage jeweils andere Teile der Klaviatur zu beherrschen, aber wirklich frei und nach unseren eigenen Wünschen und Interessen leben, tun wir selten. Solange wir unsere eigenen Lebensentscheidungen nicht aktiv bejahen können, unserem eigenen Leben keinen eigenen Sinn tragen können, sondern diesen stets von außen zugeschrieben bekommen & WIRD unser Selbstwertgefühl, das somit von anderen abhängig IST, immer unsicher sein.
Die Wiederentdeckung des „humanistischen Gewissens“

Gemäß Fromms Herleitung aus dem Garten Eden stellt der Ungehorsam eine Art Initialstörung dar: Die Ausgangslage für den Übergang in einen, der eigenen Vernunft und Überzeugung following, „autonomen Gehorsam“. Erst im Abdrehen des „autoritären Gewissens“ und unserer internalisierten Stimme, gemäß der wir die Autorität zufriedenstellen und keinesfalls verärgern möchten, kann das „humanistische Gewissen“ in uns wieder Gehör finden.

Jenes humanistisches Gewissen sei „die eigene Stimme, die in jedem Menschen spricht und die von keinen äußeren Strafen und Belohnungen gebunden“ (Ausm. 1954, S.173). Es ließe uns als menschliches Wesen intuitiv wissen lässt, „was menschlich und was unmenschlich ist, was das Leben fördert und was es zerstört.“ Anders als das autoritäre Gewissen, das stets aus Sorge des möglichen Missfallens agiert, ist das humanistische Gewissen eine Reaktion unserer Gesamtpersönlichkeit „auf alle Fähigkeiten, die unsere menschliche und individuelle Existenz ausmachen“ und Voraussetzung „die Kenntnis über uns selbst, Kenntnis über unsere Erfolge oder über unser Versagen in der Kunst des Lebens“ (1954, S. 173). Das humanistische Gewissen „ist die Stimme, die uns zu uns selbst, zu unserer Menschlichkeit zurückruft.“ Erstmals sie, anstelle der heteronomen Gewalt, zum Teil der eigenen Identität wird , so Fromm, lernen wir, „wir selbst zu sein und selbstständig zu urteilen.“

Wer jedoch sämtliche Intuition und Empfindsamkeit verloren hat, kann auch nicht sein, wer er sei oder was er könnte. Angst und MachtFühren zum Verlust unseres humanistischen Gewissens und berauben uns nicht nur jedes Gefühls- und Urteilsvermögens dafür, „was menschlich und was unmenschlich ist, was das Leben fördert und was es zerstört“, sondern letzten Endes auch unserer Menschlichkeit selbst. Schlussendlich ist es das interdependente Verhältnis von Freiheit und Ungehorsam, das Angst zu unterbinden versucht und Mut unabdingbar macht. Insofern der Mangel an Selbstsicherheit sowie Glaube an den eigenen Selbstschutz, den Menschen vom Ungehorsam zu entfremden vermag, gilt es dezentrale Strukturen zu etablieren, die Mut zur Selbstbestimmung und Autonomie eines jeden Einzelnen zu stärken.

Im Mittelpunkt steht der Mensch

Das Erklären gesellschaftlicher Zusammenhänge bezüglich einer Auflösung des „verkrüppelten Zustands des Menschen“ scheint nur möglich, reiche man jegliches Reflexionsvermögen am Wohl des Menschen aus. Man muss diese „mit all seinen körperlichen und seelischen Eigenschaften“ begreifen. Es scheint, als könnten wir als Gesellschaft unser Miteinander erst dann wieder in ein „Orientierungssystem“ integrieren, wenn wir begreifen, wer wir sind. Oder besser noch: Wer wir sein wollen . Welchen Sinn und welches Ziel soll unser Leben haben? Nur so könnten wir laut Fromm unsere Rolle innerhalb des „Gesellschafts-Charakters“ wiederentdecken.

Theorien, „in deren Mittelpunkt der Mensch steht“, can „nicht länger eine Theorie ohne Psychologie bleiben“. Somit bleibt es allerdings auch unabdingbar, „jene besondere Struktur der psychischen Energie, die durch die jeweilige Gesellschaft so geformt wird, dass sie deren reibungslosem Funktionieren dient“ permanent zu hinterfragen. Sie gilt es, am Bewusstseinswandel des Menschen auszurichten. Unterwerfen wir diesen anhaltenden dem kalten Kalkül der Zahlen, verlieren wir das, was unsere Menschlichkeit ausmacht. Unser Gefühl.

„ Je mehr eine Gesellschaft den Menschen verkrüppelt, um so kränker wird er, wenn er auf einer bewußten Ebene selbst mit seinem Schicksal zufrieden ist.“

Kulturelle Anreize können als Auslöser lang verdrängter Impulse des „gesellschaftlichen Unbewussten“ jene sinn- und orientierungsstiftenden Werte von Gemeinschaft in uns wiedererwecken, die es bisher durch Ideologien zu ersetzen galten. So ließe sich erkennen, dass „die Freiheit“, die „dem gelungenweilten, angsterfüllten, unglücklichen Menschen der heutigen Industriegesellschaft“ suggeriert wird, nicht nur nicht seine eigene ist, sondern schlussendlich seine „Liebe zum Leben“.

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Robert Fludd: Geist und Bewusstsein, 17. Jahrhundert

Nur im Erkennen der „gesellschaftlichen Filter“ von Sprache, Logik und Tabus und wie diese in Ideologien und ihren Rationalisierungen verschwinden, wird ein Entkommen aus der „Angst der völligen Isolierung von seinen Mitmenschen“ möglich. Es ist „der Mensch gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt“. So sei das „gesellschaftliche Unbewusste“ in einem kollektiven Bewusstwerden von Menschlichkeit zu wandeln. So ließe sich sämtlicher Fragmentierung entgegenwirken. Wir befreiten uns nicht nur von unseren Ketten, sondern würden auch frei dafür, die Entwicklung all unserer Fähigkeiten zu unserem endgültigen Lebenszweck zu machen.

Ideologie trennen, Kultur verbindet.

Ideologien versuchen einen Alleingeltungsanspruch auf das zu erheben, was ihr zu Folge tugendhaft, korrekt und sinnvoll sei. Sie entfernen uns von unserem Intuitionsvermögen, erheben ein Monopol auf moralische Grundlagen. Sie sind durchtränkt von Pflichten. Nicht von Freiheiten. Ideologie ist heteronom. Sie wird uns auferlegt, ja eingeimpft. Ideologien sind fremdbestimmte, oft totalitäre, Wahrheitsansprüche. Sie falsche „Wir-Gefühle“, falsche Realitäten.

Kultur dagegen ist frei von Zwang. Sie folgt dem autonomen Gehorsam, unserem „humanistischen Gewissen“. Sie entspringt dem eigenen Gefühl dafür, was gerecht und sinnstiftend sei. Kultur können wir aus uns selbst erschaffen. Hier entscheiden wir selbst darüber, nach welchen moralischen Prinzipien wir leben möchten.

Am Ende geht es darum, nie das Gefühl dafür zu verlieren, was es heißt, seine eigene Klaviatur zu spielen. Was es heißt, man selbst zu sein.


Literatur(-empfehlungen):

Fromm, Erich (1954): Psychoanalyse und Ethik . Stuttgart, Konstanz: Diana Verl.

Fromm, Erich (1982): Über den Ungehorsam und andere Essays . Stuttgart (Deutsche Verlags-Anstalt).

Mausfeld, Rainer (2019): Angst und Macht. Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien. Frankfurt am Main (Westend-Verlag).
Lilly Gebert
26. Dezember 2021

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 Betreff des Beitrags: Re: EINE ANDERE WELT
BeitragVerfasst: Sa 22. Jan 2022, 11:23 
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Im Bannstrahl der Massenpsychose
Seit Pandemiebeginn werden wir Zeugen eines massenpsychologischen Lehrstücks: Wie steckt man fast die ganze Weltbevölkerung in den Covid-Sack?


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Der Angstmacher der Nation in bewährter Rolle: Karl Lauterbach (Grafik: Otto Rotbart)


Wie bringt man eine ganze Bevölkerung unter gedankliche Kontrolle? Ein kleines Gedankenexperiment mag es veranschaulichen: Stellen wir uns einen Tisch mit Tischdecke vor. Der Tisch ist unsere Realität, die Tischdecke die geglaubte Realität und wir, die Bevölkerung der Erde, stehen alle zusammen auf dieser Tischdecke – und natürlich dem Tisch. Jetzt ziehen Akteure von Governance-Strukturen, großen Stiftungen, Expertenzirkeln, Regierungen, NGOs, Großkonzernen und Konzernmedien die Ecken und Enden dieser Tischdecke immer höher, bis sie den Sichthorizont der Tischdeckenbewohner vollständig bedeckt. Wie leicht sind doch die Grenzen der Welt durch die Grenzen der Wahrnehmung zu bestimmen!

Medien sind Massenablenkungswaffen
In dieser künstlichen Umwelt, dem Kokon der Medienrealität, lebt wir schon vor der Pandemie. Dieser Kokon ist gleichzeitig Element einer Herrschaftsform, sterben sich aktuell in einer in historischen Maßstäben nie dagewesene Herrschaft von sehr wenigen über sehr viele artikuliert. Doch erst durch die Pandemie wurde der Sack quasi «zugemacht». In der Pandemie zählt zum Beispiel, was die WHO sagt. Sie bestimmt durch den Inhalt der Begriffe (und ihre willkürliche Änderung!) gleichzeitig die Realität. Sie gibt auf der ganzen Welt vor, was eine Pandemie ist, was Herdenimmunität ist, was eine Impfung ist, wer als Covid-Toter zu gelten hat und was auf der ganzen Welt als wahr oder falsch zu gelten hat.

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Mehr globale Definitionen macht in den Händen weniger (und ihr Geldgeber ) war nie. Und was soll man sagen? Die globale Gesellschaft hat bisher darin versagt, eine Antwort darauf zu finden. Denn was Realität ist, bestimmen bekanntlich Massenmedien. Sie haben die Macht, die Aufmerksamkeit auf nur ein Thema zu lenken und es dadurch erst groß zu machen. Massenmedien sind Massenablenkungswaffen – «Weapons of Mass Distraction» – und nicht nur im Krieg (aber da besonders) werden Journalisten zu Magiern der Moderne: Sie können Dinge aus dem Nichts geschaffen oder zum Verschwinden bringen.


Die gesamte Welt hängt gerade im fabrizierten Realitätssack fest, sie strampelt und ruft und kommt doch nicht raus. Wie soll man auch erkennen, was sich außerhalb des Sacks abspielt, wenn man drinsteckt? So entsteht der Eindruck einer einzigen Realität, eines einzigen Problems, einer einzigen Lösung, getragen von einer vermeintlichen Mehrheit einer hypnotisierten Masse.

Wie man eine Masse hypnotisiert
Das Thema «Psychologie der Massen» ist nicht neu, aber es wurde noch nie in der Geschichte als globales Schurkenstück aufgeführt, überall zur gleichen Zeit, in der schnellen gleichen Intensität – eine unglaubliche Synchronisationsleistung. Im Laufe der Zeit wurde das Thema Massenformation durch viele Interpretationen gestaltet:

Bei Gustave Le Bon, der das Thema als erster popularisiert, steht die Verdummung des Einzelnen in der Masse im Vordergrund. Als Individuum kann der Einzelne noch so intelligent sein, in der Masse setzt das Denken aus.

Bei Freud steht, wie könnte es anders sein, die libidinöse Beziehung zur Führungsperson im Vordergrund.

Erich Fromm sieht psychologisch ein «autoritäres Gewissen» am Werk, welches die eigene innere Stimme, das «humanistische Gewissen», zum Verstummen bringt und überlagert.

Bei Elias Canetti («Masse und Macht») fürchtet der Mensch die Berührung mit dem Unbekannten und wird erst in der Masse von diesem Berührungsgefühl erlöst. Wenn andere die gleiche Furcht teilen, wird sie dem Einzelnen vertrauter. Das Unbekannte spiegelt sich in den vertrauten Gesichtern der vielen, wird erfahrbar, sichtbar und dadurch weniger unbekannt. Die Masse als Projektionsfläche eines Phänomens dient der Entlastung des Einzelnen. Die Masse sediert und beruhigt das Gewissen.

Mattias Desmet, Professor für Psychologie an der Universität Gent, denkt insbesondere Canetti psychoanalytisch und sozialpsychologisch weiter, ohne ganz auf den Gedanken Le Bons von der Steuerbarkeit und Manipulierbarkeit der Massen zu verzichten. Desmet, der derzeit auch an einem Buch zum Thema «Massenformation» arbeitet, dürfte weltweit wohl der sichtbarste Forscher zu diesem Phänomen sein. Er bringt besonders deutlich auf den Punkt, wie Massenformation entsteht und warum sie so unglaublich perfide und effektiv ist.

Es gibt auch eine Ebene der Voraussetzungen und eine Ebene der Folgen, die voneinander zu unterscheiden sind. Auf der Ebene der Voraussetzungen sind vier Elemente für eine Massenformation notwendig. This bilden sozusagen den Nährboden.

Isolation

Das Gefühl der Bedeutungslosigkeit

Ein freischwebendes, diffuses Angstlevel

Eine sich aufbauende Aggression

Bei Isolation mögen viele an Lockdowns und an das Social Distancing denken, aber genau genommen sind diese Phänomene nur die pandemiebedingte Spitze des Eisbergs. Anonyme Städte, Singlehaushalte, das Ausbluten von Vereinsstrukturen und das Verschwinden von Orten der Begegnung – gehörte das nicht auch schon vor Corona zur Isolation dazu? Das, was unter dem Begriff der Fragmentierung oder Atomisierung der Gesellschaft schon vor Jahren beschrieben wurde – förderte es nicht gleichzeitig das Gefühl der Bedeutungslosigkeit? Die ständige Angstspirale in den Medien, egal ob Kalter Krieg, Waldsterben, Ozonloch, Tschernobyl, Arbeitslosigkeit, Terrorismus, Klimaerwärmung bis hin zu Corona – war das Geschäftsmodell der Medien salopp gesagt schon seit Jahren je etwas anderes, als die Erzeugung von Beklemmung und die Erhöhung des Diffusors Angstlevel? Das Verrohen der Alltagssitten, die gestiegene Gereiztheit, war sie nicht schon vor Corona ein Thema gewesen? Es braucht insgesamt wenig Phantasie, eine Massenformation zu erkennen. Die eingangs beschriebene Tischdecke, sie faltete sich schon vor der Pandemie über ganze Gesellschaften zusammen.

Die perfide Wirkung der Massenformation
Besonders eindrücklich zeigt sich Desmets Theorie der Massenformation jedoch erst auf der Ebene der Folgen. Erst hier greifen unterschiedliche soziale und sozialpsychologische Phänomene wie Zahnräder ineinander. Erst hier entfaltet sich sterben schnell unentrinnbare Wirkung einer herrschaftlich orchestrierten Mechanik, welcher der unbedarfte Einzelne schnell nicht entrinnen kann.

Im Kern kann man hier erneut vier Schritte auseinanderhalten.

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