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 Betreff des Beitrags: Spiegel-Leser wissen weniger!
BeitragVerfasst: Di 10. Mai 2022, 21:29 
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Wie viele Unwahrheiten über Putins Rede passen in einen Spiegel-Artikel?

Im Spiegel ist ein Artikel über die Putins Rede zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland erschienen,
der ein Lehrstück in Sachen Desinformation und Propaganda ist.
10. Mai 2022 16:00 Uhr

Wie jedes Jahr hat der russische Präsident am 9. Mai zu Beginn der Siegesparade auf dem Roten Platz eine Rede gehalten.
Für den Spiegel war das eine Gelegenheit, die Leser mal wieder massiv zu desinformieren.
Der Spiegel nutzt dabei die Tatsache aus, dass er und die anderen westlichen „Qualitätsmedien“
ihre Leser sehr unvollständig informieren und dass die deutschen Leser kein Russisch verstehen
und daher nichts von dem überprüfen können, was die westlichen Medien schreiben.

Der Spiegel-Artikel „Rede auf dem Roten Platz zum »Tag des Sieges« – Verschwörungsgrüße aus Moskau“
von Ann-Dorit Boy begann mit folgender Einleitung:

„Russland steht international wegen seines Angriffs auf die Ukraine am Pranger,
aber Präsident Putin verbreitet auch am Jahrestag des Sieges über Nazideutschland bizarre Thesen – und sieht sich als Opfer.“

Es geht also um „Verschwörungsgrüße“ und „bizarre Thesen“ – das müssen wir uns natürlich genauer anschauen.

Wer hat was vermutet?

Westliche Medien arbeiten gerne mit verwaschenen Formulierungen, wie „Beobachter vermuten“
oder „Experten melden“, das klingt wichtig.
Leider fehlen dann immer Hinweise darauf, wer denn diese „Experten“ und „Beobachter“ sind und worauf sie sich berufen.
Auch fehlen in solchen Fällen meistens Links zur Quelle, sodass niemand die Behauptungen überprüfen kann,
von denen die Medien unter Berufung auf „Beobachter“ und „Experten“ berichten.

So beginnt auch dieser Spiegel-Artikel:

„Auf den großen Paukenschlag der Generalmobilmachung hat Russlands Präsident Wladimir Putin
bei seiner heutigen Rede zum Jahrestag des Sieges über Nazideutschland dann doch verzichtet.
Viele Beobachter hatten befürchtet, dass er seinen Auftritt bei der Militärparade auf dem Roten Platz nutzen könnte,
um die nächste große Offensive im Angriffskrieg gegen die Ukraine anzukündigen.“

Ich habe von solchen Vermutungen nichts gehört, im Gegenteil: In Russland erwartet kein „Beobachter“ eine Generalmobilmachung,
denn Russland setzt in der Ukraine ja noch nicht einmal Wehrpflichtige ein,
während Kiew schon die „Territorialverteidigung“ einzieht,
die im Umfang der Mobilisierung dem deutschen Volkssturm 1945 ähnelt,
denn in der Ukraine werden alle wehrfähigen Männer eingezogen, auch wenn sie keinerlei militärische Erfahrung haben.

Frau Boy ist offenbar ziemlich enttäuscht darüber, dass Putin keine Mobilmachung verkündet hat.
Um ihre Leser von der nicht vorhandenen russischen Mobilmachung abzulenken, schreibt sie etwas später noch:

„Dass Putin keine weitere Mobilmachung ankündigte, muss natürlich nicht heißen, dass es keine gibt.“

Sie suggeriert, es könnte in Russland so etwas wie eine geheime Mobilmachung geben.
Nur fragt man sich, wie es geheim gehalten werden kann, wenn alle Reservisten einberufen werden.
Das würden die Menschen im Land bemerken und darüber auch in sozialen Netzwerken berichten
und die Mobilmachungsbefehle posten.
Nichts davon geschieht jedoch.

Mit der Realität hat das, was Frau Boy schreibt, also herzlich wenig zu tun, aber es stimmt den Leser auf das ein,
was sie in ihrem Artikel vermitteln will.

Korrekt zitieren, aber

Der Spiegel-Artikel ist sofern ein geschicktes Werk der Propaganda, weil er ausnahmsweise darauf verzichtet,
Putins Aussagen falsch zu übersetzen.
Im nächsten Absatz erfährt der Spiegel-Leser:

„Doch anstatt die Russinnen und Russen auf noch mehr Opfer einzuschwören,
würdigte Putin in einem seltenen Anflug von Fürsorge die Gefallenen.

»Der Tod eines jeden unserer Soldaten und Offiziere bedeutet für uns alle Trauer
und ist ein nicht wiedergutzumachender Verlust für Familie und Freunde«, sagt der russische Präsident.
Er kündigte an, dass der Staat, die Regionen, Unternehmen und öffentliche Organisationen alles tun werden,
um den Familien der Gefallenen zu helfen.“

Der Spiegel kultiviert bei seinen Lesern das Bild vom „Teufel Putin“, der gewissenlos Menschen in den Tod schickt
(oder gar ermorden lässt).
Da die Leser des Spiegel kein Russisch können, gehen Behauptungen von „einem seltenen Anflug von Fürsorge die Gefallenen“ problemlos durch.

In Wahrheit ist es vollkommen anders, denn seit Beginn der russischen Intervention in der Ukraine
spricht Putin bei jedem Auftritt davon, dass der Staat alles tun muss, um die Familien der Gefallenen
und die Verwundeten zu unterstützen und ihnen zu helfen.
Nix mit „einem seltenen Anflug“ – aber das weiß der Spiegel-Leser ja nicht.

„Bizarre Verschwörungstheorien“

Die „Qualitätsmedien“ benutzen das Wort „Verschwörungstheorie“ (oder „Verschwörungsmythos“ oder „Verschwörungserzählung“
oder was sie noch alles für Verschwörungs-Wortschöpfungen entwickelt haben) inzwischen inflationär.
Diese Methode hat einen großen Vorteil für die Medien, denn damit gehen sie einer Diskussion über die Fakten aus dem Weg.

Sie könnten ja die Thesen, um die es geht, nennen und sie dann sachlich widerlegen.
Stattdessen geben sie allem, was ihrem Narrativ widerspricht die Überschrift „Verschwörungstheorie“
und beenden damit jede sachliche Diskussion. So auch hier, denn dann schreibt Frau Boy:

„Stattdessen nutze er die große Bühne vor der Kremlmauer umrahmt von Veteranen,
um abermals bizarre Verschwörungstheorien und Rechtfertigungen für den Einmarsch ins Nachbarland vorzutragen.“

Damit ist der Leser darauf eingestimmt, was er von dem nun Kommenden halten soll. Das wir schauen uns nun der Reihe nach an.

Stand ein Angriff auf Russland bevor?
Frau Boy schreibt in ihrem Spiegel-Artikel:

„Vorbereitungen für eine Operation im Donbass und eine »Invasion in unser historisches Territorium einschließlich der Krim«
seien im Gange gewesen, behauptete Putin und beschuldigte dabei indirekt die Nato.“

Das klingt für den Spiegel-Leser unglaublich, denn wie sollte die kleine Ukraine das große Russland angreifen wollen?
Noch dazu mit Unterstützung der NATO? Das muss eine Lüge von Putin sein!

Leider hat der Spiegel seinen Lesern eine Menge verschwiegen, denn ein ukrainischer Angriff auf Russland
war offensichtlich tatsächlich geplant.

Am 6. März hat Donezk einen Laptop präsentiert, den es in einem Hauptquartier des Asow-Bataillons sichergestellt hat.
Auf diesem Laptop waren Angriffspläne der Ukraine auf den Donbass und die Krim zu finden,
die für den 8. März geplant waren.
Die Unterstützung der NATO ging daraus ebenfalls hervor, denn auf dem Laptop war ein Zugang zu Aufklärungsdaten der NATO
mit detaillierten Informationen über russische Militärstandorte und Einheiten.

Natürlich hat die NATO das alles bestritten und diese Geschichte war damals, Anfang März,
noch ausgesprochen brisant, weil NATO-Generalsekretär Stoltenberg zuvor immer wieder versichert hatte,
dass die NATO-Staaten so etwas nicht tun würden.
Damals hieß es noch, es sei russische Propaganda, dass die NATO und Kiew eine gegen Russland gerichtete Zusammenarbeit betrieben hätten.

Inzwischen wissen wir, dass Stoltenberg gelogen hat, denn in den USA wurde öffentlich (und nicht bestritten),
dass die USA die Ukraine schon vor Beginn der russischen Intervention massiv mit Aufklärungsdaten versorgt haben
und diese Weitergabe von Informationen danach noch verstärkt haben.
Mit anderen Worten: Dieser Teil der Meldung aus Donezk, also die Frage der Unterstützung der Ukraine
mit NATO-Aufklärungsdaten, wurde später von den USA selbst bestätigt.

Bleibt die Frage, ob die kleine Ukraine einen Angriff auf das große Russland geplant hat.

Die ukrainische Militärdoktrin
Nach dem Maidan hat Präsident Poroschenko 2015 die neue ukrainische Militärdoktrin in Kraft gesetzt,
in der die Ukraine erstens Russland als ihren Hauptfeind definiert und zweitens eine Angleichung
der ukrainischen Streitkräfte an NATO-Standards bis 2020 verkündet hat.

Nachdem das umgesetzt war, hat der neue ukrainische Präsident Selensky am 24. März 2021
die „Strategie zur Deokkupation und Reintegration der Krim“ in Kraft gesetzt.
Man konnte in der Pressemeldung der ukrainischen Präsidialverwaltung darüber unter anderem lesen:

„Dieses Dokument definiert eine Reihe von Maßnahmen diplomatischer, militärischer, wirtschaftlicher,
informativer, humanitärer und anderer Art, die darauf abzielen, die territoriale Integrität
und die staatliche Souveränität der Ukraine innerhalb international anerkannter Grenzen
durch Deokkupation und Reintegration der Krim wiederherzustellen.“

Der Westen erkennt die Krim nicht als russisch an, aber man muss (von mir aus zähneknirschend) akzeptieren,
dass Russland die Krim als russisch ansieht.

Wer daran etwas ändern will, der riskiert einen Krieg mit Russland. Das sind die Realitäten.

Die Ukraine hat mit diesem Dokument offiziell und öffentlich einen Krieg mit Russland wegen der Krim angekündigt.
Es ist also keineswegs abwegig, dass Kiew einen Angriff auf die Krim – und damit einen Krieg mit Russland – geplant hat,
denn das hat Präsident Selensky am 24. März 2021 offiziell per Dekret angeordnet.
In dem Dokument war die Rede von „Maßnahmen militärischer Art“ – deutlicher kann man es nicht sagen.

Einen Tag später, am 25. März hat Präsident Selensky auch die neue Militärdoktrin der Ukraine in Kraft gesetzt.
Das Dokument zielte auf die Integration der Ukraine in die Sicherheitsarchitektur der NATO ab
und wiederholte die Forderung, die Krim auch mit militärischen Mitteln zurückzuerobern.

Ein Angriff der Ukraine gegen Russland war also keine abstrakte Idee, er wurde konkret geplant
und war in der offiziellen Militärdoktrin der Ukraine festgeschrieben.
Was Frau Boy im Spiegel als „bizarre Verschwörungstheorie“ bezeichnet, haben die USA und die Ukraine ganz offiziell verkündet.
Nur Spiegel-Leser haben davon nie etwas gehört.

Wollte die Ukraine Atomwaffen?
Die nächste „bizarr Verschwörungstheorie“ Putins war laut Frau Boy:

„In Kiew sei der mögliche Erwerb von Atomwaffen angekündigt worden, sagt er dann wieder.
»So wurde systematisch und direkt an unseren Grenzen eine für uns absolut inakzeptable Bedrohung geschaffen.
« Russland habe proaktiv Widerstand gegen diese geplante Aggression der Nato geleistet.“

Auch das klingt für den Spiegel-Leser unglaublich.
Und das soll es auch, denn wenn der Spiegel-Leser wüsste, dass Kiew eine atomare Bewaffnung geplant hat,
könnte der Spiegel-Leser durchaus Verständnis dafür entwickeln,
dass Russland – aus seiner Sicht – diese Bedrohung militärisch verhindern musste.

Und wieder gilt, dass Putin die Wahrheit gesagt hat und dass dem Spiegel-Leser das verschwiegen wurde.
Am 19. Februar hat Präsident Selensky auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine Rede gehalten und offen angekündigt,
die Ukraine atomar bewaffnen zu wollen, die Details finden Sie hier.
https://www.anti-spiegel.ru/2022/russis ... e-gedroht/

Da der Spiegel und alle anderen westlichen „Qualitätsmedien“ ihren Lesern das jedoch verheimlicht haben,
kann Frau Boy das ganz entspannt als „bizarre Verschwörungstheorie“ von Putin bezeichnen.

Und daher konnte Frau in ihrem Spiegel-Artikel kurz danach auch noch diesen Satz einbauen:

„Immer wieder zog der russische Präsident Parallelen zwischen dem anlasslosen Angriff auf die Ukraine
und dem Kampf der Roten Armee gegen Nazideutschland.“


Man kann natürlich der Meinung sein, dass ukrainische Atomwaffen und sogar ein geplanter Angriff der Ukraine
auf Russland noch kein Grund für Russland waren, der Ukraine zuvor zu kommen.
Aber Russlands Vorgehen als „anlasslos“ zu bezeichnen, ist definitiv gelogen.
Es gab nicht nur einen, sondern mehrere Anlässe, aber wie gesehen wissen Spiegel-Leser davon nichts.

Kein Faschismus in der Ukraine?
Auch Frau Boy erzählt ihren Lesern wieder, dass Russlands Meinung, man kämpfe in der Ukraine gegen den Faschismus,
reine Propaganda und vollkommen unbegründet ist:

„In der Erzählung des Kremls wiederholt sich die Geschichte gerade.
Russland muss einmal mehr die Welt vom Faschismus befreien,
der diesmal gewissermaßen in der Gestalt der Ukraine über die Welt kam.“

Im Westen wird gerne behauptet, dass es in der Ukraine keinen Faschismus geben kann, weil der Präsident Jude ist.
Das ist Unsinn, denn das zentrale Element von Faschismus oder Neonazismus ist nicht der Antisemitismus,
das zentrale Element ist es, die eigene Rasse (heute würde man „Ethnie“ sagen) über andere zu stellen.
Die Nazis hielten die „Arier“ für „Herrenmenschen“ und andere (Juden, Slawen, etc.) für „Untermenschen“.
Das war das zentrale Element der Ideologie und genau das gibt es auch in der heutigen Ukraine.

Kinder werden dort mit Geld der Regierung in Ferienlagern an Kalaschnikows ausgebildet und lernen,
dass man Russen erschießen darf, weil das „Untermenschen“ sind.
Das ist keine russische Propaganda, darüber hat sogar EuroNews schon berichtet.
In der ukrainischen Armee sind Nazi-Symbole ganz normal, wie ich hier aufgezeigt habe.

Besonders auffällig wurde das gerade jetzt wieder:
Präsident Selensky hat am 9. Mai aus Anlass des Sieges über den Nationalsozialismus
10 Fotos auf seinem Telegram-Kanal gepostet und erklärt, sein Volk sei geschichtlich „smarter“ als der heutige Gegner Russland.
Dateianhang:
selensky-9mai.jpg
selensky-9mai.jpg [ 118.35 KiB | 24-mal betrachtet ]

Blöd nur, dass eines der 10 Fotos einen ukrainischen Soldaten mit einem SS-Totenkopf auf der Brust gezeigt hat.
Das Fotos ist aus Selenskys Telegram-Post inzwischen gelöscht worden, jetzt werden nur noch 9 Fotos gezeigt.

Es braucht also keine „russische Propaganda“, um der heutigen ukrainischen Führung Faschismus vorzuwerfen,
es reicht, deren eigene Telegram-Kanäle zu verfolgen.
Sie zeigen es selbst ständig ganz offen, denn sie wissen, dass die westlichen Medien das geflissentlich übersehen.
Die „russische Propaganda“ zeigt nur, was in der Ukraine jeder sieht: Das Land wird von Faschisten regiert.
Auch der ukrainische Botschafter in Deutschland sagt es ganz offen in Interviews,
aber es stört sich kein deutscher Mainstream-Journalist daran.

Übrigens ist der Nationalheld des Landes Stefan Bandera, der in der SS-Division Galizien auf Seiten der Nazis gekämpft hat
und grausamste Kriegsverbrechen gegen ganze Dörfer begangen hat, übrigens auch an Polen,
was immer wieder zu Spannungen zwischen Polen und der Bandera verehrenden Ukraine geführt hat.
Dass der wichtigste Nationalheld der heutigen Ukraine ein Nazi und SS-Mann war, wird in Deutschland jedoch verschwiegen.

„Barbarische Angriffe von Neonazis“?
Da die Deutschen von all dem nichts wissen, klingt das Folgende aus Frau Boys Spiegel-Artikel
für den Spiegel-Leser natürlich vollkommen absurd:

„Neben den 27 Millionen sowjetischen Opfern, Streitkräften und Zivilisten,
die während des Zweiten Weltkriegs umkamen, würdigte Putin ausdrücklich die Zivilisten im Donbass,
die dort angeblich »durch rücksichtslosen Beschuss und barbarische Angriffe von Neonazis starben«.“


Im Donbass sind seit 2014 nach offiziellen Angaben über 14.000 Menschen gestorben.
Was die deutschen Medien immer verschweigen, ist, dass die OSZE gemeldet hat,
dass 75 Prozent der zivilen Opfer auf das Konto der ukrainischen Armee gehen,
die seit 2014 hemmungslos Wohngebiete im Donbass beschießt.
Ist das nicht „rücksichtslos“ und „barbarisch„?

Und wenn das Soldaten tun, die Hakenkreuz-Tattoos auf der Haut und SS-Totenköpfe auf den Uniformen tragen,
sind das dann keine „Neonazis„? Womit genau soll Putin also falsch liegen?

Aber Frau Boy kann das ganz entspannt als „bizarre Verschwörungstheorie“ bezeichnen,
denn die Spiegel-Leser haben von all dem ja nie etwas erfahren.

Die verschwiegene Tragödie von Odessa
Besonders dreist ist Frau Boy bei diesem Satz aus ihrem Artikel:

„Er erinnerte auch an die Opfer eines nie ganz aufgeklärten Brandes im Gewerkschaftshaus der ukrainischen Hafenstadt Odessa,
bei dem im Mai 2014 vor allem prorussische Demonstranten ums Leben gekommen waren.“


Bei der Tragödie von Odessa haben ukrainische nationalistisch Maidan-Anhänger am 2. Mai 2014 über 40 Menschen
in das Gewerkschaftshaus von Odessa getrieben, das Gebäude mit Molotow-Cocktails in Brand gesteckt
und auf jeden geschossen oder ihn brutal zusammengeschlagen, der versucht hat, aus dem Gebäude zu entkommen.

Für die Tragödie haben die Nazis in der Ukraine eine sehr „kreative“ Bezeichnung gefunden,
sie nennen das Ereignis das „Odessa-Barbecue“.
Das ist bekannt, die Details und eine genaue Chronologie der Ereignisse dieses Tages finden Sie hier.
https://www.anti-spiegel.ru/2019/die-tr ... ihenfolge/


Die deutschen „Qualitätsmedien“ haben diese Tragödie jedoch schon 2014 weitgehend verschwiegen,
sodass in Deutschland kaum jemand davon weiß.
Dass der Brand „nie ganz aufgeklärt“ wurde, wie Frau Boy es formuliert, ist sogar korrekt,
allerdings sollte sie ihrem Leser auch mitteilen, warum das so ist.
Das kann man in allen (inzwischen über 30) Menschenrechtsberichten des UNHCR über die Ukraine nachlesen,
denn das UNHCR wirft Kiew vor, die Tragödie nicht aufzuklären.
In einigen Berichten hat das UNHCR sogar offen geschrieben, Kiew verschleppe und behindere die Aufklärung.

Die Formulierung von Frau Boy ist daher besonders zynisch, denn es ist bekannt, was passiert ist.
Die Opfer waren übrigens keineswegs „vor allem prorussische Demonstranten„,
es waren ausschließlich Kritiker des Maidan-Putsches.

Aber da dieser brutale Massenmord durch Anhänger des Maidan, die offen Nazi-Symbole getragen haben,
das gewollte Bild vom Maidan als „demokratischer Revolution“ und der Ukraine als angebliche Demokratie stört,
erfahren deutsche Leser nichts von diesen Ereignissen.
Und wenn Putin daran erinnert, bezeichnet Frau Boy das als „bizarre Verschwörungstheorie„.

„Parade von 500 Kriegsgefangenen“?
Zum Abschluss ihres Artikels kommt Frau Boy noch mit einer weiteren frei erfundenen Geschichte,
um das Bild von Putin als Teufel in Menschengestalt zu befeuern. Sie schrieb:

„Obwohl Putin kaum ein Schlagwort der Staatspropaganda ausließ – Geschichtsfälschung, Russophobie, Verräter –,
bemühte sich die russische Führung am »Tag des Sieges« offenbar doch, manche Risiken und Provokationen zu vermeiden.
Zu einer Parade von 500 Kriegsgefangenen, die Gerüchten zufolge erwogen worden war, kam es nicht.“

Von Gerüchten über eine Parade von Kriegsgefangenen habe ich vorher nie gehört.
Anscheinend gibt es diese Gerüchte nur in der Kantine des Spiegel, aber es klingt mal wieder schön böse.
Und das ist für den Spiegel die Hauptsache:
Russland muss verteufelt werden, wer braucht schon eine wahrheitsgemäße Berichterstattung?

Bei der Gelegenheit fügte Frau Boy noch etwas hinzu:

„Für Spekulationen sorgte die kurzfristige Absage der Flugschau, die sonst einen Höhepunkt der Militärparaden am 9. Mai darstellt.
Kampfflieger hatten lange trainiert, um in Form eines »Z«, des Symbols für den Einsatz in der Ukraine, über den Roten Platz zu fliegen.
Mit Verweis auf das Wetter wurden die Flugschauen aber in Moskau und anderen Städten abgesagt.
Der Kreml habe eine Blamage oder einen Unfall um jeden Preis vermeiden wollen, vermuteten manche Kommentatoren.“

Das ist Unsinn, wie ich aus erster Hand bestätigen kann. Ich bin nämlich am Mittag des 9. Mai nach Moskau geflogen
und über Moskau gab es eine ausgesprochen tief hängende Wolkendecke, wie ich bei der Landung gesehen habe.
Man hätte die Flugshow schlicht nicht sehen können und außerdem kann man in Wolken keine engen Formationen im Blindflug fliegen.
Aber Frau Boy nimmt jeden Blödsinn in ihren Artikel auf, solange er Russland nur in ein negatives Licht rückt.

Warum es möglich ist, solche Artikel, wie diesen von Frau Boy, in Deutschland zu veröffentlichen,
lässt sich ganz leicht zusammenfassen:
Die Deutschen wissen einfach fast nichts über die Details und die Vorgeschichte, weil die Medien es konsequent verschweigen.
Das Wort „Lückenpresse“ ist daher nicht nur passend, mir fällt beim besten Willen keine passendere Formulierung ein.

Damit hat der Spiegel einmal mehr bestätigt:

Spiegel-Leser wissen weniger!
https://www.anti-spiegel.ru/2022/wie-vi ... l-artikel/


Und ich ergänze im Hinblick auf "Frau" Boy: Lügenpresse ! :kotz

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Und sollte ich vergessen haben, jemanden zu beschimpfen, dann bitte ich um Verzeihung!
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